Polizei Bochum findet typische Baustellenabsperrung gefährlich

In Herne weckte eine Baustellenabsperrung das Interesse der Polizei. Auf den ersten Blick sieht das nach einer x-beliebigen Baustelle aus.

(Foto: Polizei Bochum)
(Foto: Polizei Bochum)

Zuerst einmal fallen die fehlenden roten Warnleuchten auf den Absperrschranken in regelmäßigen Abstand auf (max. 1 Meter). Eventuell ist die Beleuchtung aber auch so hell, dass darauf verzichtet werden kann. Das müsste man vor Ort prüfen. Dann bleibt das Problem, dass die Absperrschranken ohne sachgerechte »Füße« aufgestellt wurden. Auch ist die Fußplatte des Schildes um 90° verdreht (Vermutlich bräuchte es zwei Fußplatten). Aber empörte sich die Polizei tatsächlich darüber, dass Baustellen mit ungeeignetem Material abgesichert worden waren? Nein. Eine Autofahrer hatte in der Nacht auf Montag alarmiert, weil die Straße gesperrt war. Vor Ort waren Jugendliche, die auch andere Sachen auf der Fahrbahn verteilten und flohen, als der Autofahrer sie ansprach. Einen konnte die Polizei fassen. Steine, ausgekippter Zement, diverse Holzbalken sowie Holzstücke mit Nägeln auf der Fahrbahn zu verteilen, ist sicherlich kein lustiger Streich mehr. Was aber wundert ist, dass der Polizei scheinbar gar nicht aufgefallen ist, dass man eine ordnungsgemäß abgesicherte Baustelle nicht mal eben zu einer Straßensperre umwandeln kann, weil deren Füße richtig schön schwer sind. Da wird die Umsetzung einer spontanen Idee schnell wortwörtlich zu schwer. Immerhin wiegt eine korrekte Fußplatte mindestens 28 kg. Nun ermittelt die Polizei wegen Gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr. Würde sie bei deutlich schlechter abgesicherten Baustellen insbesondere auf Geh- und Radwegen doch genauso reagieren, wäre das ein großer Fortschritt, stellen nicht sachgerecht abgesicherte Baustellen ein hohes Risiko dar. Und die Stadt Herne sollte ebenfalls an Baustellen eine sachgerechte Absicherung fordern und durchsetzen.

Corrigenda 12.10.2016 11:50:
Wie Leser MatthiasO zu Recht anmerkt, habe ich die Baustelle fälschlicherweise nach Bochum verlagert. Tatsächlich fand der Vorfall in Herne statt für deren Gebiet auch die Polizeidirektion Bochum zuständig ist. Wir bitten um Entschuldigung. Der Text wurde korrigiert und dabei fiel auch noch auf, dass der erste Link falsch war. tztztz Wo war ich nur in Gedanken? ;-)

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

3 Gedanken zu „Polizei Bochum findet typische Baustellenabsperrung gefährlich

  • 11.10.2016 um 19:02
    Permalink

    Das ist

    mehr als ein guter Grund sich eine gescheite LED anzuschaffen. (die ich schon habe)
    Es tröstet nicht, anderswo ist es mindestens genauso schlimm. Immer und überall beliebt, man will „nur mal eben“ (also ein paar Tage) einen Wasseranschluss im Boden nutzen, also Deckel raus, Anschluss dran, Schlauch dran. Der geht naütrlich übern Radweg, genauso wie der Anschluss selbst möglichst mittig sich auf dem Radweg befindet. Davor befindet sich eine Barke, sonst nichts. Das Ganze liegt hinter einer Kurve und fertig ist der Launemacher für die ganze Woche.

    Antwort
  • 12.10.2016 um 9:54
    Permalink

    Der konkrete Fall betrifft die Stadt Herne. In Bochum kenne ich es so, dass die ordnungsgemäße Absicherung immer eingefordert wird.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.