Zur Lage des Stellenwertes des Rad- und Fußverkehrs in Dortmund

(Foto: Karl-Heinz Kibowski)
(Foto: Karl-Heinz Kibowski)

260.000 Besucher*innen haben die Emscherkunst besucht. 60 % nutzen dafür das Fahrrad. Dabei hätte die Stadt zeigen können, wie toll es ist mit dem Fahrrad in Dortmund zu fahren. Man entschied sich für eine ehrlichere Lösung. So fehlte z. B. an der Dorstfelder Allee Ecke Dorstfelder Hellweg die Querungsmöglichkeit. Erst nachdem die Emscherkunst vorbei ist, wurde die für Radfahrer*innen entlang der Emscher notwendige Ampel errichtet. Nehmen wir konservativ an, 50 % der Radfahrer*innen sind an der Stelle vorbei gekommen, haben 78.000 Menschen den Stellenwert des Rad- und Fußverkehrs in Dortmund erlebt. (260.000 * 60% * 50%).

Der Stellenwert ist übrings so hoch, dass man sich noch nicht einmal Mühe gemacht hat, über die offizielle Bezeichnung des Zuständigen nachzudenken. Der Titel ist allen Ernstes »Radfahr- und Fußgängerbeauftragter«. Er ist also für eine Tätigkeit (Radfahren) und eine Personengruppe (Fußgänger) zuständig. In sich stringend wäre z. B. »Radfahrer*innen- und Fußgänger*innenbeauftragter« oder »Radfahr- und Fußverkehrsbeauftragter«. Dass im Stichwortverzeichnis auf der Webseite noch die alte Bezeichnung »Fahrradbeauftragter« steht und der Fußverkehr gar nicht auftaucht vervollständigt das Bild.

Leider fehlt es an einem positiven Anlass, zu einem Bericht über Dortmund, den wir viel lieber veröffentlichen würden.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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