Münsters Schilderlogik

Das bekannte VZ 237 kennzeichnet einen benutzungspflichtigen Radweg.

237

Man kann es durch das VZ 1012-31 ergänzen, um das Ende zu kennzeichnen.

2371012-31

In den meisten Fällen wäre eine positive Beschilderung mit VZ 239 Gehweg sinnvoller.  Aber das nur am Rande. Man könnte VZ 237 auch um 1000-10 ergänzen für eine Richtungsangabe, um zu kennzeichnen, dass diese Regelung gilt, wenn man nach links abbiegt. Auch das mag hin und wieder sinnvoll sein.

2371000-10

In der Praxis kennt man z. B. eher

3571000-10

Nun versuche man die Beschilderung für das Ende eines Radweges zu kombinieren mit einer Richtungsangabe.

2371012-311000-10

Ich würde das immer von oben entschlüsseln:

  1. Radweg
  2. „Radweg“ endet
  3. „Radweg endet“ gilt in linke Richtung.

In Münster soll es wohl das Gegenteil bedeuten.

(Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)

Man kann sich denken, was gemeint ist, aber sauber ist das nicht und unsaubere Beschilderung senkt die Hemmschwelle zum Regelverstoß. Und Beschilderung soll eindeutig sein und sich nicht durch Deutung erst im Regelungsgehalt erschließen.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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