Graswurzelzwischenbetonverbundsteinrevolution in Dortmund

Irgendwann fangen die Bürger*innen an, die Stadt durch Alltagspraxis zu verändert. Das passiert auch gerade in Dortmund ohne Zutun von Verwaltung und Politik. Erst kürzlich sah ich eine Frau ein Kind mit einem Lastenrad transportieren.  Bisher habe ich soetwas in Dortmund nicht gesehen. Und dann sah ich gestern einen Mann mit zwei Kindern im morgendlichen Verkehr an der Ophoff-Kreuzung. Was mir immer wieder auffällt ist, wie aufrecht die Kinder in Lastenrädern vorne sitzen im Vergleich zu Kindersitzen hinter den Eltern oder im Auto. Ich stelle es mir richtig toll vor, mit Panoramablick durch die Stadt gefahren zu werden, das Wetter zu spüren, mit dem Fahrer oder der Fahrerin reden zu können, Platz für Lieblingssachen zu haben und ein wenig Kapitän der Straße zu sein.

Foto: Norbert Paul)
(Foto: Norbert Paul)

Auch auf dem Südcampus steht jetzt auf einmal immer wieder ein Lastenrad für den Kindertransport, nachdem höchsten mal Rudolf und sein namenloser Bruder dort auftauchten, die aber nur Lasten transportieren.

Foto: Norbert Paul)
Foto: Norbert Paul)

Ist Dortmund auf Eltern mit Lastenräder vorbereitet? Wenn man sich die Abstellplätze an Kindergärten anschaut, dann lautet die Antwort: Nein. Wenn man sich den Zustand der Infrastruktur anschaut: Nein. Auf 1,25 Schutzstreifen oder Bordsteinradwegen neben parkenden Autos kann man nicht entspannt Kinder im Lastenrad transportieren. (btw.: Wer sieht den Radweg auf dem Bild oben?)

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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