Baustelle in Schwerte: WDR kennt mal wieder nur Autofahrer*innen

Der WDR, der auch viel Geld von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen bekommt, kann nur Autoverkehr. Das wissen wir spätestens, seit die Rundfunkanstalt konsequent von Radautobahnen spricht und auch auf E-Mails nicht lernbereit reagiert. Entsprechend hat man bisher auch nichts von WDR-Dienstfahrrädern gehört. Aktuell berichtet er über die Sperrung einer Kreuzung in Schwerte. Auch wenn das für die Leser*innen völlig egal ist, geht es mehrere Absätze um die Gedanken von Geschäftsinhaber*innen. Auf die relevanten Fakten verzichtet der WDR aber fast komplett, außer:

Autos und Busse müssen deshalb auf die B236 ausweichen.

Na gut, in der Pressemitteilung fehlen Infos zum Rad- und Fußverkehr, aber beim WDR hätte man ja auf die Idee kommen können, dass nicht alle mit dem Auto fahren. Da man sich beim WDR gerne serviceorientiert gibt, sollte man doch umfassend berichten, ob alle betroffen sind und man könnte ja auch Alternativen aufzeigen. Was für eine krasse Serviceinfo das wohl gewesen wäre. In unter einer Minute hätte man das durch Eintippen von schwerte.de in einen beliebigen Webbrowser herausfinden können, denn dort steht:

Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes – Sperrung der Kreuzung
Ab Montag, dem 25. Juli 2016 muss aufgrund der Umgestaltung des Bahnhofumfeldes der Kreuzungspunkt Karl-Gerharts-Straße / Beckestraße / Bahnhofstraße für die Dauer von voraussichtlich 2 Wochen vollgesperrt werden. Die Vollsperrung führt zu keiner Beeinträchtigung des Fußgänger- und Radverkehrs.

Auf der Seite der Verwaltung gibt es Umleitungspläne und auch dort die Info:

keiner Beeinträchtigung des Fußgänger- und Radverkehrs

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

Ein Gedanke zu „Baustelle in Schwerte: WDR kennt mal wieder nur Autofahrer*innen

  • 27.07.2016 um 18:42
    Permalink

    Zumindest wird durch sowas niemand geschädigt. Die Qualitätsjournalisten der Funke Mediengruppe fordern in einem Artikel mit dem bemerkenswerten Titel „Beim Rausfahren in den Kreisverkehr immer blinken“ dazu auf, beim Einfahren in den Kreisverkehr Radfahrern auf straßenbegleitenden Radwegen die Vorfahrt zu nehmen („Da gelten die gleichen Regeln wie für Fußgänger“). Richtig wäre, dass an Kreisverkehren Radler auf Radwegen gegenüber Fahrzeugen auf der Fahrbahn in jeder Situation Vorfahrt haben, wenn der Weg straßenbegleitend ist und nicht explizit das Gegenteil angeordnet ist (dass man sich da auf seine Vorfahrt noch weniger als sonst verlassen darf, ist natürlich klar).

    Bei Medien, Pressemitteilungen der Polizei und Baustellenmanagement ist Hoffnung zwecklos.

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