Soester Schutzstreifen vom Bundesautoindustrieministerium gestoppt [mit Ergänzung]

(Foto: Simon Knur)
(Foto: Simon Knur)

Wie die Ruhr Nachrichten aus Castrop-Rauxel heute berichten, hat das Bundesautoindustrieministerium nun das Land und die Stadt aufgefordert den als Modellversuch vor einigen Monaten geretteten Schutzstreifen zu entfernen, da die Soester Lösung nicht gesetzeskonform sei, da Radfahrer rechts zu fahren hätten. Landes- und Bundesministerium ist das keine Pressemeldung wert.

Radfahrer*innen im Rinnstein und Eltern, die nun bald auf den Gehweg sollen. Es wird immer offensichtlicher, wohin die Reise mit der Marionette der Autoindustrie geht.

Ergänzung via Kai Te 03.07.2016 23:26
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Ergänzung 28.04.2017 13:56

Darüber, wem die s. g. Schutzstreifen wirklich nützen, kann man lange diskutieren. Aber selbst Schutzstreifen scheinen Bundesverkehrsminister Dobrindt noch zu viel Radverkehrsförderung zu sein. Einem Bericht von Zeit Online zu Folge wird in seinem Ministerium der Endbericht zu einem Pilotprojekt zum Einsatz von Schutzstreifen außerorts nicht fertig. Ein Grund könne sein, dass die Ergebnisse positiv ausfallen könnten.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

19 Gedanken zu „Soester Schutzstreifen vom Bundesautoindustrieministerium gestoppt [mit Ergänzung]

  • 05.07.2016 um 0:15
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    Ich finde, dass das eine logische Entwicklung ist.
    Schliesslich kann es ja nicht Sinn der Sache sein, dass die Radfahrer den richtigen Verkehr behindern. Dafür gibt es schliesslich Radwege.
    Wo viele Autos fahren, oder wo Autos behindert werden, oder wo es sein kann, dass Autos behindert werden würden, müssen die Räder halt weg. Nicht dass das Radfahren verboten werden soll, im Gegenteil, die können doch prima auf Nebenstrassen fahren oder im Grünen. Oder etwas abseits auf den neuen Radautobahnen.
    Im Grunde ist doch das Schöne am Radfahren, dass die ganzen Kurzstrecken nicht mehr immer mit dem Auto gemacht werden müssen, dann kann man auch wieder ohne zu viel Stau vernünftig autofahren. Wenn dann aber statt der Autos jetzt die Radfahrer die Strassen verstopfen, Nein.
    Damit ist nichts gewonnen.
    Die Holländer habens das längst begriffen:
    Radfahrer gehören nicht auf die Strassen, wenn man halbwegs flüssigen Autoverkehr will.
    Und gerade jetzt, wo unsere Automobilindustrie wirklich in der Klemme steckt sollten wir für gute Bedingungen im eigenen Land sorgen, damit wir der Welt zeigen können, wie kluge Verkehrspolitik geht.
    Einige Radfahrer haben das auch eingesehen,haben wieder den nötigen Respekt vor Autos und fordern überall da wo Autos fahren wollen Radwege, damit auch Kinder und Großmütter ohne schlechtes Gewissen aufs Rad steigen können.
    Das lässt hoffen.

    Antwort
    • 06.07.2016 um 17:49
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      Ist das jetzt nicht kenntlich gemachter Sarkasmus, echte Autolobbyignoranz oder einfach nur Rumgetrolle?

      Antwort
  • 05.07.2016 um 10:54
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    Ich hielt den Soester Schutzstreifen früher mal, als ich zum ersten Mal davon gehört habe, für eine gute Lösung – das war mal etwas anderes, ungewöhnliches, und sollte ja angeblich gut funktionieren.
    Je mehr ich mich jedoch damit beschäftige, desto größer wird meine Abneigung gegen diesen Radfahrstreifen in Straßenmitte.
    Soweit ich auf dem Foto erkennen kann, sind in dieser Straße Bürgersteige vorhanden. Sofern das Radfahren auf den Bürgersteigen dort nicht verboten ist, gehört der Radverkehr zunächst einmal dorthin. (§2 Abs. 4 StVO) Das weiß noch nicht jeder, daher sollte man diesen Umstand mit dem Verkehrszeichen 240 „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ verdeutlichen.
    Im Übrigen gilt das Rechtsfahrgebot. (§2 Abs. 2 StVO) Demnach handelt es sich gar nicht um einen einzelnen Schutzstreifen in Straßenmitte, sondern um zwei (!) Schutzstreifen je Straßenseite. Diese Schutzstreifen lassen dem restlichen Fahrverkehr auf der Fahrbahn offensichtlich zu wenig Platz, was bedeutet, dass die Verwaltungsvorschriften hier mal nicht eingehalten wurden.
    Hier hat das BMVI richtig reagiert, indem es die Behörde abgemahnt hat, die einen solchen Unsinn verzapft hat.

    Antwort
    • 05.07.2016 um 14:58
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      Sofern das Radfahren auf den Bürgersteigen dort nicht verboten ist,

      Das ist grundsätzlich verboten, außer für Kinder bis 10 bzw. bei Freigabe. Das muss nichts Falsches verdeutlicht werden. Mal abgesehen davon, dass das zu Lasten des Fußverkehrs ginge …

      Vor Ort gibt es meines nach Wissens nach Symbole, die auch die andere Theorie wiederlegen, es seien zwei Schutzstreifen.

      Antwort
    • 06.07.2016 um 17:52
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      §2 IV StVO besagt, dass Räder zunächst einmal auf die Straße gehören. Das haben zum Glück schon viele Leute verstanden und wir arbeiten weiter daran, dass es noch mehr verinnerlichen.

      Bürgersteige heißen ja unter anderem deswegen so, weil der Bürger da draufsteigt um vor dem fließenden Verkehr (und früher der fließenden braunen Brühe) sicher zu sein. Da soll er bitteschön und in aller Regel auch sicher vor fließendem Radverkehr sein. Deswegen heißt es ja auch nicht Bürgerfahrt, Bürgergebiet oder so ähnlich.

      Antwort
  • 05.07.2016 um 11:03
    Permalink

    Ist der Streifen nicht ungefähr genau da, wo nach Ansicht von Gerichten der Radler fahren sollte, um den Zusammenstoß mit geöffneten Autotüren zu vermeiden?

    “ Einerseits müssen Fahrzeugführer bei der Straßenbenutzung möglichst weit rechts fahren ( § 2 Abs. 2 StVO ). Jedoch ist ein Sicherheitsabstand nach rechts je nach den örtlichen Verhältnissen und der eingehaltenen Geschwindigkeit erforderlich. Auch zu geparkten Fahrzeugen ist ein situationsabhängiger Abstand einzuhalten, der in der Regel etwa 1 m beträgt (Greger, Haftungsrecht des Straßenverkehrs, 3. Aufl., Anhang zu § 16 StVG, Rdnr. 154 mit Hinweis auf KG VM 1985, Nr. 83). Bei beengten Verhältnissen kann der Abstand auch geringer ausfallen (Greger a.a.O. mit Hinweis auf OLG München VRS 75, 249 sowie OLG Hamm NZV 1993, 27).“ (OLG Düsseldorf , 11.05.2005 – I-1 U 158/03))

    Ein weiteres Beispiel, dass das zuständige Ministerium sich mit den Verordnungen zum Straßenverkehr nicht mehr ansatzweise auskennt. (Ein weiteres Beispiel haben wir ja gerade mit der E-Bike-Novelle, wo anscheinend weder Ministerium noch Bundesrat die Definition eines Mofas kennen…)

    Antwort
    • 05.07.2016 um 14:59
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      Will man das im Bundesautoindustrieministerium überhaupt genau wissen?

      Antwort
  • 07.07.2016 um 12:06
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    @MatthiasO:

    Sie wissen ganz genau, dass Radfahrer aus Sicherheitsgründen NICHT mitten auf der Straße fahren müssen, sondern auf die Bürgersteige gehören. Das steht im Abs. 4 des § 2 StVO, den Sie ja vorgeben, gelesen zu haben.
    „Bürgersteig“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung, nach StVO heißen sie „gemeinsame Geh- und Radwege“. Es handelt sich also um Wege, auf die sowohl die Fußgänger(innen) als auch die Radfahrer(innen) gehören, und das geht glasklar aus der StVO hervor.

    Der Passus, dass „Fahrzeuge auf die Fahrbahn gehören“ (§2 Abs. 1), bezieht sich ausschließlich auf Kraftfahrzeuge, was sich mit dem gesunden Menschenverstand erschließt und daher eigentlich nicht näher genannt werden bräuchte. (Der/Die Gesetzgeber/in hat halt nicht gedacht, dass es tatsächlich so dumme Ignoranten wie Sie gibt, die so tun, als würden sie das tatsächlich nicht verstehen.) Auf Radfahrer bezieht er sich nur dann, wenn kein Radweg (und dazu zählen nun mal auch die gemeinsamen Geh- und Radwege ohne Zeichen 240) vorhanden ist.

    Die Ausrede, dass es „zu Lasten der Fußgänger“ ginge, lasse ich auch nicht gelten. Denn auf gemeinsamen Geh- und Radwegen muss der Radverkehr Rücksicht auf den Fußverkehr nehmen und seine Geschwindigkeit ggf. anpassen.
    Es handelt sich hierbei um eine für Sie als Radfahrer(in) bequeme Ausrede, um nur zum Spaß mitten auf der Straße zu fahren und damit die AutofahrerInnen zu ärgern. Würden Sie so ein Verhalten in anderen gesellschaftlichen Bereichen zeigen, wäre es klar, dass Sie sich des Mobbings schuldig gemacht hätten. Warum sollte man sowas also im Straßenverkehr erlauben? Dazu gibt es keinen Grund.

    Und genau wegen solcher Ignoranten wie Ihnen sollte man eben mit einem Verkehrszeichen verdeutlichen, dass Radfahrer auf die Bürgersteige gehören. Das würde dann Diskussionen wie diese hier ersparen. Das Verkehrszeichen 240 „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ scheint mir dafür geeignet zu sein.
    Es muss übrigens so sein, wie ich schreibe, weil RadfahrerInnnen ja grundsätzlich auf Radwege gehören (wie mittlerweile jeder wissen sollte). Dazu gibt es die Radwegbenutzungspflicht. (§§ 1 u. 2 StVO) Bevor also mitten auf der Straße gefahren wird, muss sich eine Radfahrerin oder ein Radfahrer umsehen, ob es einen Radweg gibt. Hier bei diesem Beispiel lautet die Antwort auf diese Frage Ja, nämlich einen gemeinsamen Geh- und Radweg ohne Zeichen 240. (Die Existenz solcher Wege wird im §2 Abs. 4 der StVO sogar vorausgesetzt, also muss es sie offensichtlich geben.) Daher müssen Radfahrer dort auf dem Bürgersteig, der nämlich ein gemeinsamer Geh- und Radweg, also ein Weg für Fußgänger und Radfahrer zusammen, ist, fahren.
    Ein Schild, das das Radfahren auf dem Bürgersteig dort verbietet, kann ich im Foto jedenfalls nicht erkennen, also ist es vorgeschrieben und der Radverkehr hat dort den Bürgersteig zu benutzen.

    So viel also zunächst zu Ihrer Aufklärung, vielleicht (wenn auch sehr unwahrscheinlich) haben Sie das ja wirklich nicht gewusst.
    Weiteren Widerspruch werde ich jedoch nicht mehr dulden und massiv dagegen vorgehen. (Es geht hier immerhin um Schutz und Sicherheit von Menschen, also um die Abwendung von Lebensgefahren.)

    Gruß aus Münster,
    MLR

    Antwort
    • 07.07.2016 um 17:37
      Permalink

      Hallo MLR,

      ich nehme mal an, dass sich hinter den Posts jemand versteckt, den ich kenne und der mich einfach mal ein bisschen ärgern will, oder?

      Falls dem doch nicht Fall sein sollte, darf ich sicherlich mal kurz aus den Standardwerk des Verkehrsrechts zitieren, oder?

      Der Gehweg ist ein von der Fahrbahn räumlich getrennter, idR durch eine Bordstein abgegrenzter, deutlich durch Pfalsterung oder auf sonstige Weise erkennbarer, für Fußgänger eingerichteter und bestimmter Teil der Straße.

      (Burmnann/Heß/Hühnermann/Jahnke/Janker: Straßenverkehrsrecht, 24. Aufl. 2016, Rd. 2 zu StVO § 25)

      Den Begriff Bürgersteig gibt es in dem Kommentar nicht mal als Schlagwort. In der Fachsprache spricht man auch von Gehweg, was ja schon genug sagt. Aber gerne zitiere ich nochmal dazu aus dem Buch, dass Ihr Anwalt zu Rate ziehen dürfte, wenn Sie ein Bußgeld oder Strafverfahren am Hals haben wegen völligem Ignorieren der StVO, dazu, wo Radfahrer dann hingehören, wenn der Gehweg – wie das Wort schon saht – zu Gehen da ist.

      § 2 I weißt die Benutzung der Fahrbahn den Fahrzeugen zu […]. Fahrzeuge iS der StVO sind Gegenstände, die zur Fortbewegung auf dem Boden bestimmt u. geeignet sind. Dazu gehören […] Fahrräder. | Seit der […] s. g. Fahrradnovelle ist nach § 2 I 1 die Fahrbahnbenutzung durch Radfahrer der Regelfall.

      (Burmnann/Heß/Hühnermann/Jahnke/Janker: Straßenverkehrsrecht, 24. Aufl. 2016, Rd. 3 und 20 zu StVO § 2)

      Vor dem Hintergrund macht auch der Rest der Ausführung keinen Sinn.

      Grüße

      Antwort
  • 07.07.2016 um 12:09
    Permalink

    natuürlich auch @Norbert Paul

    Antwort
  • 09.07.2016 um 15:23
    Permalink

    RADFAHRER MÜSSEN DIE RADWEGE BENUTZEN!!! DAZU GEHÖREN AUCH DIE BÜRGERSTEIGE!!!

    @Norbert Paul:
    Es geht hier nicht darum, irgendjemanden zu ärgern, sondern darum, die Fehlvorstellungen der Verkehrsregeln zu korrigieren – mir jedenfalls, wie das bei Ihnen aussieht, weiß ich nicht.

    Es gibt leider immer noch sehr viele Ausreden von Radfahrerinnen und Radfahrern, um aus Bequemlichkeitsgründen mitten auf der Straße zu fahren. Da wird dann behauptet, sie „dürften“ das, obwohl allgemein bestens bekannt ist, dass das nicht stimmt.
    Ihre Kommentarausgaben interessieren mich nicht, es zählt die StVO selbst – und da steht nun mal drin, dass RadfahrerInnen die Radwege zu benutzen haben:

    [quote] Eine Pflicht, Radwege […] zu benutzen, besteht [/quote]
    (§2 Abs. 4)

    Des Weiteren steht da eindeutig:
    [quote] Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. [/quote]
    (ebd.)

    Dass das Wort „dürfen“ hier verpflichtend zu verstehen ist, muss nicht diskutiert werden, denn das ist jedem klar. (Wenn Ihnen das echt nicht klar sein sollte, dann sollten Sie sich von Seiten wie dieser hier fernhalten!)
    Es gibt also offensichtlich Radwege ohne Zeichen 240 – GENAU SO steht es da.
    Und was bitte sollten sonst Radwege ohne Zeichen 240 sein, wenn nicht die Bürgersteige allgemein?

    Ein Bürgersteig MIT dem Zeichen 240 ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg.
    Folglich muss ein Bürgersteig OHNE das Zeichen 240 auch ein gemeinsamer Geh- und Radweg sein.

    Um ein Gehweg zu sein, muss der Bürgersteig mit dem Zeichen 239 gekennzeichnet sein.
    Sonst handelt es sich nun mal um einen gemeinsamen Geh- und Radweg.

    Das alles habe ich Ihnen aber auch schon mal erklärt, nämlich direkt im Beitrag über Ihrem.
    Sie weigern sich also, meine Richtigstellungen zu akzeptieren. Das kann für Sie eine Anzeige nach §315b (Nr. 3) StGB zur Folge haben – ich habe vielen die eigentlich notwendigen Anzeigen aus Zeitgründen erspart, aber mittlerweile sehe ich es als erforderlich an. Denn auch in der Realität fahren mittlerweile viel zu viele RadfahrerInnen mitten auf der Straße, obwohl es einen Radweg gibt.

    Dass Ich hier Recht habe, ist unbestritten und auch Sie wissen das.
    Wenn nicht, fragen Sie einfach mal bei dem nächsten Polizeirevier nach.
    Sie sollten wirklich nicht versuchen, anderen Regeln zu erklären, wenn Sie sie selbst nicht richtig kennen.

    In einem Bußgeldverfahren befinde ich mich natürlich nicht – schließlich habe ich die Warnung des Polizeibeamten in Münster vor einigen Jahren sehr ernst genommen und weiß darum jetzt auch, wie gefährlich das Radfahren auf Kfz-Spuren ist, nämlich lebensgefährlich.
    Aber im Internet wird immer noch so getan, als wäre man zu blöd, um das zu kapieren. Ich bitte Sie, mal kurz Ihren gesunden Menschenverstand einzuschalten: Wenn Sie mitten auf einer (vll. sogar noch mehrspurigen) Straße fahren, kann jederzeit von hinten ein Lkw kommen, dessen Fahrer Sie übersieht und versehentlich tötet. Das kann Ihnen auf dem Radweg nicht passieren.

    Es geht nicht darum, was letztlich genau genommen legal ist oder nicht – nur unterstützt die Antwort auf diese Frage meine Argumentation.
    Es geht um die Sicherheit des Radverkehrs, die nur dadurch erreicht werden kann, dass die RadfahrerInnen sich von den für sie sehr gefährlichen Kraftfahrzeugen fernhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Radwege das richtige Mittel. Und im Allgemeinen gehören Bürgersteige nun mal zu den Radwegen, also müssen RadfahrerInnen sie auch benutzen. (vgl. § 2 StVO)

    [gekürzt. Bedrohungen von Autoren und Leser*innen der Seite werden hier nicht geduldet /np]

    Gruß aus Münster,
    MLR

    Antwort
    • 09.07.2016 um 23:34
      Permalink

      Einerseits sagst du, es sei allgemein bekannt, anderseits wirfst du allen vor, dass sie es nicht wissen. hell und dunkel, trocken und nass gehen nicht gleichzeitig. Etwas wissen und es nicht-wissen geht auch nicht gleichzeitig. Ich kann den Ausführungen daher leider nicht folgen.

      Ihre Kommentarausgaben interessieren mich nicht, es zählt die StVO selbst –

      Siehe dazu meine Anmerkungen in einem anderen Kommentar. Vielleicht solltest du dich mit dem Sinn und Zweck von Gesetztes-Kommentaren beschäftigen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzeskommentar

      Zitate so zu verkürzen, dass ihr Sinn verdreht wird, ist unredlich. § 2 Abs. 4 sagt, dass man nur bei einer durch ein VZ angeordneten Benutzungspflicht den Radweg benutzen muss und ansonsten darf. Das nicht beides Mal muss da steht, hat schon seinen Sinn. Dürfen heißt in der juristischen Sprache nichts anders als im Alltagsdeutsch. Mit einer Pflicht hat das nichts zu tun. Das ist allen außer dir klar. Und deinen mysteriösen Polizisten. Zumindest kenne ich keinen, der deine Ansicht teilt.

      Und was bitte sollten sonst Radwege ohne Zeichen 240 sein, wenn nicht die Bürgersteige allgemein?

      Eben eine klar vom Gehweg zu unterscheidende Fläche für den Radverkehr. Das ist leider in Dt. nicht so eindeutig, wie du dir das wünscht. Den Radweg erkennt man z. B. daran, dass er ein Radsymbol hat auf dem Boden.

      Ein Bürgersteig MIT dem Zeichen 240 ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg.
      Folglich muss ein Bürgersteig OHNE das Zeichen 240 auch ein gemeinsamer Geh- und Radweg sein.

      Warum nicht: Ein Bürgersteig MIT dem Zeichen 239 ist ein Gehweg. Folglich muss ein Bürgersteig OHNE das Zeichen 239 auch ein Gehweg sein.

      Aber das ist schlicht eine absurde Aussage, da aus dem Anders-Sein abgeleitet werden soll, dass es gleich ist.

      Wenn Sie mitten auf einer (vll. sogar noch mehrspurigen) Straße fahren, kann jederzeit von hinten ein Lkw kommen, dessen Fahrer Sie übersieht und versehentlich tötet. Das kann Ihnen auf dem Radweg nicht passieren.

      Der kann mit seinem LKW sogar von der Fahrbahn abkommen und über den Radweg fahren, wo du lang fährst … oder er biegt in eine Einfahrt ein und guckt nicht, ob MLR kommt.

      Es geht nicht darum, was letztlich genau genommen legal ist oder nicht

      Auf dieser Webseite schon. Daher ist sie nicht die richtige für dich und du solltest auf den Besuch hier verzichten, um dich nicht unnötig darüber aufzuregen.

      Antwort
    • 09.07.2016 um 19:02
      Permalink

      Nein, nein – nicht rausschmeißen! Jetzt mit den Anzeigen(drohungen) wird das doch erst richtig amüsant…

      Antwort
  • 09.07.2016 um 18:24
    Permalink

    @Peter Viehrig:

    Was ist bitteschön daran destruktiv?
    Hier wurden Verkehrsregeln von vielen falsch verstanden, sodass ein Aufklärungsbedarf bestand.
    Daraufhin habe ich dann eben erklärt, wie es richtig ist und sich tatsächlich verhält.

    Das hat weder etwas mit Trollerei noch mit Krankheit zu tun.
    Sie versuchen hier, mir etwas zu unterstellen, nur um selbst besser dazustehen.

    Dass Radfahrer Radwege, wenn sie vorhanden sind, immer benutzen müssen, ist ein Umstand, auf den ich von Polizeibeamten mehrfach hingewiesen wurde.
    Und dass Bürgersteige gemeinsame Geh- und Radwege sind, ist ein Umstand, der sich aus der aktuell gültigen StVO ergibt.

    Es mag ja sein, dass manchen von euch Verkehrsblockieraktivisten die Regeln nicht gefallen, aber es gibt nun mal Rechtsfahrgebot und Rücksichtsnahmepflicht der ersten beiden Paragraphen der StVO, die den Radverkehr zum Benutzen des Radweges verpflichten.
    Selbstverständlich gilt das auch, wenn der Radweg (allein) in Form eines Bürgersteigs besteht.

    So, genug der Erklärungen.

    [gekürzt. Bedrohungen von Autoren und Leser*innen der Seite werden hier nicht geduldet /np]

    Gruß aus Münster,
    MLR

    Antwort
    • 09.07.2016 um 23:09
      Permalink

      Wir kommen nicht weiter, da ich der Ansicht bin, dass die Gesetze unter Berücksichtigung der Rechtssprechung und juristischen Literatur aus gelegt werden muss. Rechtssprechung und jur. Literatur werden in Rechtskommentaren zusammengefasst, die in der Rechtssprechung und -setzung regelmäßig herangezogen werden. Dabei gibt es bei Begriffen durchaus Bedeutungsabweichungen zum Alltagsdeutsch.

      Wir kommen auch nicht weiter, da ich den Begriff Bürgersteig in der StVO nicht finde. Deine Überlegungen sind Gedankenspiele, die man machen könnte, wie es wäre, gäbe es im Straßenverkehrsrecht Bürgersteige als Kategorie. Wobei mir nicht klar ist, wie du diese Kategorie definierst. Ich bitte darum, von diesen Gedankenspielen hier ab zu sehen. Im Rahmen der Meinungs- und Pressefreiheit kannst du die gerne anderswo kund tun und ausbreiten. Auf dieser Webseite steht der Austausch über die aktuelle Rechtslage und mögliche Änderungen im Vordergrund. Damit ist nicht gesagt, dass das eine besser ist als das andere.

      Dass Radfahrer Radwege, wenn sie vorhanden sind, immer benutzen müssen, ist ein Umstand, auf den ich von Polizeibeamten mehrfach hingewiesen wurde.

      Polizisten sind auch nur Menschen und sind Generalisten und nicht Experten für Verkehrsrecht. Wenn das ist, wie beschrieben, dann ist das erschreckend und ich würde mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde oder einer informellen Beschwerde reagieren.

      Hier noch ein paar Fragen zum Nachdenken:
      – Gilt das Rücksichtsgebot nicht gerade gegenüber den schwächeren bzw. weniger geschützten Verkehrsteilnehmer*innen?
      – Warum heißt es Radverkehr, wenn es kein Verkehr sein soll?
      – Auf einem Rad sind in etwa genauso viele Mitfahrer*innen wie in PKW. Warum soll die umweltschädlichere und für die Allgemeinheit teurere Variante bevorrechtigt sein?

      Antwort
  • 09.07.2016 um 19:13
    Permalink

    „Hier wurden Verkehrsregeln von vielen […]* verstanden“

    Ach, so gesehen haben Sie natürlich recht.

    „Das hat […]* etwas mit Trollerei“ […]* [oder] „mit Krankheit zu tun.“

    Häh?

    „Daraufhin habe ich dann eben erklärt, wie es […]* ist […]* selbst besser dazustehen.“

    Ok, das habe ich jetzt noch nicht verstanden.

    „So, genug der Erklärungen.“ *

    Versprochen? Na dann ist gut.

    *(Zitate sinnentstellend zu verkürzen, das ist ein Klacks. Das hatten wir ja schon an anderer Stelle.)

    Antwort

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