Ausflug: Radschnellwege in Freiburg

In Freiburg ziehen sich zwei Radwegeachsen durch die Stadt. Ich habe mich in meinem Urlaub mal vor Ort umgesehen, doch wissen wollte wie das ganze umgesetzt wurde. Der „FR1“ und der „FR2“ sind in in Nord-Süd bzw. in Ost-West Richtung angelegt. Teilweise vergleichbar mit den hiesigen Bahntrassen oder dem Ruhrtalradweg an den breiteren Stellen. Von den geplanten Standards wie Radschnellweg Ruhr ist man weit entfernt. Beleuchtung ja, Beschriftung auch, aber eben keine Trennung von den Fußgängern. Im bebauten Bereich werden Fahrradstrassen genutzt, hier wird massiv mit Farbe gearbeitet. Mit Erfolg, so mein Eindruck, da Autofahrer durchaus verunsichert einfahren und erstmal schauen, ob sie das überhaupt dürfen. Überhaupt fällt in den Straßen eine hohe Rücksicht auf. Auch wenn  oft behauptet wird in Freiburg wäre das Radklima sehr aggressiv, so kann ich das nicht nachvollziehen. In Düsseldorf geht es wesentlich härter zu, vielleicht lag das aber auch nur an dem schönen Wetter.

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Im Kern bleibt das Gefühl, das nicht nur Schilder aufgestellt werden, sondern durch Farbe klare Botschaften gesendet werden.  Vermutlich eine günstige und effektive Lösung die Lernkurve der Verkehrsteilnehmer zu unterstützen. Der Effekt auf viele Autofahrer war nicht zu unterschätzen, mehrfach konnte man sichtlich verunsicherte Autofahrer sehen, die ernsthaft überlegten ob sie denn noch erwünscht sind. Und dann doch den so anders beschrifteten Raum mit dem Auto langsam ganz legal eroberten.

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Simon Knur

Planer, Falt- und Liegeradfahrer aus dem Sauerland, wegen der Liebe und dem Job im Ruhrgebiet. Seit 2012 bei VCR und beruflich unterwegs zu den Themen Infrastruktur, Abwasser, Klimaschutz und Klimaanpassung. Blogge mit dem lokalen Schwerpunkt Essen, Radschnellweg und Radkultur.

Ein Gedanke zu „Ausflug: Radschnellwege in Freiburg

  • 27.05.2016 um 10:35
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    Ich war dort auch in den letzten Monaten und war erstaunt darüber, dass 08-15 Wege, wie es sie hier auch duzende gibt, als Radschnellweg verkauft werden. Ich war nicht in der HVZ da, aber außerhalb dieser war an einem Werktag fast nix los. Komisch fand ich, dass der Weg in Süd-Nod-Richtung irgendwo aufhörte und ich nicht mal erkennen konnte, wo das Ende nun eigentlich ist, und am anderen Ende einfach an einer Hauptstraße endete, wo man als ortsunkundiger nicht erkennen konnte, wie man z. B. zur Uni weiter kommt.

    Das sieht so aus, als ob man vorhandene halbwegs passable durchgehende Verbindungen einfach mal Radschnellweg genannt hat.

    In Freiburg ist die City gruselig zum Rad fahren. Da sind Essen, Dortmund, Bochum Paradiese dagegen. Die Radwegweisung ist genauso unzuverlässig wie im Ruhrgebiet.

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