Umleitung des RuhrtalRadweg an der Lennemündung

Der Ruhrtalradweg  — laut ADFC eine Qualitätsroute mit vier Sternen (zuletzt 2015 bestätigt) — ist schon seit Jahren in  Höhe von Dortmund-Syburg und der Lennmündung gesperrt und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich diese Situation zeitnah ändert. Es gibt eine Umleitung, die jedoch keinen adäquaten Ersatz darstellt. Wir veröffentlichen hier eine Bilderreise Richtung Schwerte mit Fotos von Kathrin Rettich um den Stellenwert des Radverkehrs und seiner Sicherheit zu dokumentieren. 

Bild2

Einerseits ist es positiv, dass es eine Infotafel mit Karte zur Umleitung gibt, anderseits macht sie den Eindruck, dass man sich auf einer mehrjährige Sperrung einstellt.

Bild1

VZ 254 und VZ 259 sind hier nicht zwingend notwendig, gehörten dann aber an eigene Ständer in eigene Füßen. Die Sperrung durch einen Absperrzaun würde ich um einen weiteres  Zaunelement ergänzen, um über die ganze Wegbreite zu sperren. Je nach Auslegung der Richtlinien wären hier mindestens 3 gelbe bzw. 5 rote Warnleuchten zu kennzeichnen. Folierte Umleitungsinfos am Absperrzaum sind natürlich auch nicht richtlinienkonform.

Wenn man die Hohensyburgerstrasse in Hagen erreicht hat, gibt es einen Seitenstreifen mit Wurzelaufbrüche und anderen Unebenheiten sowie viel LKW aufgrund des Gewerbegebietes.

Bild3

Bild4

In der Schwerter Straße ist der LKW-Verkehr deutlich stärker und dennoch muss sich der Radverkehr hier die Fahrbahn mit dem LKW-Verkehr teilen.

Bild5

Auf der Brücke über die Lenne in der Schwertestrasse teilt sich der Radverkeht bei erlaubten 70 km/h mit den LKW die Fahrbahn.

Bild10

Ohne Radverkehrsanlage geht es dann weiter auf dem Autobahnzubringer, wenn man der Alltagswegweisung folgt.

Bild11

Bild12

Ab der Abzweigung gibt es immerhin einen Seitenstreifen in der Ruhrtalstraße, aber auch hier fahren neben einem ein LKW nach dem Anderen. Das die sich alle an die Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 km/h halten, kann man kaum annehmen.

Bild15

Auf dem Seitenstreifen kann natürlich auch mal ein LKW stehen …

Bild16

Der Seitenstreifen wird dann immer schmaler und im Zustand immer schlechter.

Bild18

Bild19

Bild20

Bild21

Es geht durch eine Bushaltestelle und irgendwann endet der Seitenstreifen ganz.

Bild22

Bild23

Bild24

Nun kann man auf einen schmalen Gehweg ausweichen in der Westhofener Straße/Hagener Straße …

Bild26

Bild28

Bild29

Auf dem man wohl nicht fahren darf, denn die auf den vorherigen Bildern schwach zu sehende Markierung entpuppt sich auf Unnaraner Gebiet als Radfahrstreifen, den man benutzen muss.

Bild30

Ob bei viel LKW-Verkehr außerorts ein Führung auf Fahrbahnniveau sinnvoll ist?

Nun trifft man auf die nächste Umleitung. Nur unklar bleibt, ob es auf dem Seitenstreifen, der immer schmaler wird und ausläuft, auf der Fahrbahn bei Tempo 70 oder auf dem schadhaften Gehweg weitergehen soll.

Bild31

Hier sind die drei Gelben Warnleuchten zu sehen, wenn auch nicht gleichmäßig angebracht.  VZ 240 hätte natürlich aufgehoben werden müssen.

Bild32

Bild34

Bild35

Soweit vorhanden, ist der Seitenstreifen natürlich nicht immer frei befahrbar und man muss auf den Gehweg ausweichen oder zwischen den LKW fahren.

Bild37

Gerade angesichts der LKW-Verkehr ist das eine Umleitung, die selbst für erfahrene Radfahrer*innen weder objektiv noch subjektiv besonders sicher ist. Das dort das NRW-Alltagsnetz lang führt, ist entsprechend auch problematisch. Nur trauen sich Eltern mit Kindern oder (Hauptstraßen-)unerfahrene Freizeitradler, die den Ruhrtalradweg stark nachfragen, da wirklich lang? Werden die nach dem Erlebnis mehr Rad fahren oder weniger Radfahren?

Korrektur 30. 05. 2016 1:34:

Der Satz „Ob bei viel LKW-Verkehr außerorts ein Schutzstreifen sinnvoll ist?“ wurde durch den präziseren „Ob bei viel LKW-Verkehr außerorts ein Führung auf Fahrbahnniveau sinnvoll ist?“ ersetzt. (s. Kommentare)

Update 09. 06. 2016 11:15

Die Ruhr Nachrichten berichten heute, dass der Weg im Frühjahr 2017 wieder befahrbar sein soll.
Update 17. 06. 2016 18:40

Die Sanierung geht nun durch die politischen Gremien in Dortmund als Drucksache Nr. 04499-16. Die Stadt Hagen antwortet weiterhin nicht auf meine Presseanfrage.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

10 Gedanken zu „Umleitung des RuhrtalRadweg an der Lennemündung

  • 27.05.2016 um 16:00
    Permalink

    Eine seit Jahren bestehende höchst peinliche Sache.
    Ergänzt werden könnte noch, dass die befahrbaren Seitenstreifen an den Kleingartenanlagen gerade am Wochenende gern zugeparkt werden und die Stadt Hagen das dortige absolute Halterverbot konsequent nicht durchsetzt.

    Antwort
  • 28.05.2016 um 13:30
    Permalink

    Ich habe die Pressestelle der Stadt Hagen um eine Stellungnahme gebeten und gleichzeitig auch noch nach der Eignung für eine Tour mit Kindern gefragt.

    Wenn ich eine Antwort bekomme, werde ich drüber berichten.

    Das erste Mal für mich, dass man auf der Stadtseite keine E-Mail-Adresse der Pressestelle findet. https://www.hagen.de/web/de/hagen_de/04/0403/0403.html

    Mit etwas Suchen findet man dann:
    https://www.hagen.de/irj/portal/ODKontakt

    Antwort
  • 28.05.2016 um 17:54
    Permalink

    Hier werden leider sehr viele Dinge durcheinander geworfen, richtig ist: die Umleitung des Ruhrtal-Radwegs zieht sich jetzt schon über Jahre hin, ein Ende ist nichtabsehbar. Die Umleitung wird hier überwiegend falsch beschrieben, der tatsächliche Weg ist ganz gut zu fahren, einige schwierige Punkte sind aber leider wirklich dabei. Richtig ärgerlich sind die fehlerhaften Aussagen zur StVO: ein Piktogramm löst noch keine Benutzungspflicht aus, rechtlich hat es allein gar keine Wirkung. Ein Seitenstreifen darf benutzt werden, die Fahrbahn steht aber genauso zur Verfügung.

    Antwort
    • 28.05.2016 um 22:00
      Permalink

      Die Umleitung wird hier überwiegend falsch beschrieben, der tatsächliche Weg ist ganz gut zu fahren,

      Wo ist der beschriebene Weg falsch? Stimmen die Fotos nicht mit der offiziellen Umleitung (s. http://www.route-industriekultur.ruhr/fileadmin/_processed_/csm_U-f_r-Homepage_f32d8e9f72.jpg) überein?

      einige schwierige Punkte sind aber leider wirklich dabei

      Die schlimmste Stelle bestimmt doch am Ende die Wahrnehmung der Umleitung und ist Maß der Qualität. Ein Schwimmbad kann noch so schick sein, wenn ein hungriges Krokodil drin schwimmt, ist es unbenutzbar für 99,9% der Schwimmer.

      Richtig ärgerlich sind die fehlerhaften Aussagen zur StVO: ein Piktogramm löst noch keine Benutzungspflicht aus, rechtlich hat es allein gar keine Wirkung. Ein Seitenstreifen darf benutzt werden, die Fahrbahn steht aber genauso zur Verfügung.

      Ich finde die Aussage nicht in dem Artikel. Klar kann man auch auf der Fahrbahn fahren, aber wenn sich die Radfahrer*innen schon auf dem Seitenstreifen unsicher fühlen, erhöht das Fahren auf der Fahrbahn bei zulässigen Tempo 70 sicherlich nicht das Sicherheitsgefühl. Und auch ich würde dort vermutlich lieber auf dem Seitenstreifen fahren als zwischen LKW, die mindestens 80 fahren.

      edit:
      Vielleicht bezieht sich das Bild vom Übergang nach Unna. Von der Breite und dem Symbol her spricht alles für einen Radfahrstreifen, der mit einem VZ 237 beschildert sein müsste, aus dem die Benutzungspflicht herrührt. Davon ging ich jetzt aus, auch wenn es nicht auf dem Foto so zu sehen ist. Wäre es ein nicht benutzungspflichtiger Seitenstreifen oder Radfahrstreifen, ergäbe sich daraus aber noch lange nicht das Recht, den Gehweg zu befahren sondern nur das Recht zwischen deutlich schnellerem Kfz zu fahren auf der Fahrbahn, was selbst ich außerorts sehr ungern tue, auch wenn ich innerorts Radwege nicht mag.

      Antwort
  • 29.05.2016 um 22:21
    Permalink

    Mir ist die Umleitungssitation auch seit Jahren bekannt. Auch wenn ich vor Ort nie so viel LKW Verkehr hatte, wie er auf den Bildern zu sehen ist, ist das ganze in meinen Augen schon richtig dargestellt.
    Klar ist, dass sich sicher viele Freizeitradler auf so einer Strecke unwohl fühlen. Für mich stellt sich die Situation hier eher entspannt dar, weil es fast durchgängig einen Seitenstreifen gibt, den es vielerorts an Landstraßen eher nicht hat.
    Ich bin aber auch Alltagsradfahrer, der bevorzugt auf der Fahrbahn fährt.
    Grundsätzlich wird es Zeit, dass hier endlich der eigentliche Weg wieder freigegeben wird. Der zu fahrende Umweg ist ja schon recht enorm und der eigentliche Weg sehr schön. Und ich frage mich seit Jahren, wieso die Bahn eigentlich gefahrlos dort entlangfahren kann, aber die Befahrung des Weges direkt daneben so gefährlich ist.

    Antwort
  • 29.05.2016 um 23:16
    Permalink

    Die Verwirrung entsteht vielleicht dadurch, dass es zwei unmittelbar aufeinander folgende Umleitungen sind.

    Erstens die seit Jahren bestehende, in Foto 1 dargestellte Umleitung wegen der Steinschläge an den Ruhrstelhängen.

    Zweitens eine neuere Umleitung (Artikeltext: „Nun trifft man auf die nächste Umleitung.“), dargestellt auf den letzten fünf Bildern, die den Bereich umfährt, der auf der Karte auf Bild 1 ganz rechts verläuft und dort als nicht gesperrt gekennzeichnet ist (schwarzer Pfeil). Ich habe den Abschnitt als dringend sanierungsbedürftige Schlammpiste in Erinnerung, die nun offenbar saniert wird.

    Die Fotos scheinen mir den Verlauf der Umleitungen durchaus richtig darzustellen. Umleitung 2 bin ich auf der Suche nach Umleitung 1 mal versehentlich gefahren, Umleitung 1 zweimal, allerdings bei Dunkelheit, so dass ich nicht jedes Foto sauber zuordnen kann.

    Auch sonst finde ich im Artikel keine Fehler. Nur den Satz „Ob bei viel LKW-Verkehr außerorts ein Schutzstreifen sinnvoll ist?“ würde ich streichen, denn was immer es ist (vermutlich ein Radfahrstreifen, auch wenn Z. 237 nicht auf dem Foto ist): Ein Schutzstreifen ist es ganz sicher nicht, da es rechts der Fahrbahnbegrenzung liegt.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.