Ride of Silence in Dortmund 2016

(Foto: Nico Faust)
(Foto: Nico Faust)

Auch wenn der Regen in den Stunden davor sicherlich nicht positiv für die Teilnehmerzahl war, sind heute dennoch ca. 25 Teinehmer*innen den Ride of Silence in Dortmund gefahren. Unter den Mitfahrenden war die Polizeiradstaffel und die Stadt Dortmund vertreten durch den Rad- und Fußverkehrsbeauftragten. ADFC und VCD waren nicht präsent, obwohl sie von Anfang an über die Idee informiert waren, so dass VeloCityRuhr zusammen mit der VeloKitchen Dortmund die Gedenkfahrt organisiert hat. Nachdem die Polizeiradstaffel kurzfristig ihre Mitfahrt zusagte, konnte die Fahrt entspannt durchgeführt werden. Es wurden 11 Orte angefahren, an denen es seit Anfang 2015 zusammen 12 Unfälle mit schwer verletzten Radfahrer*innen gab im erweiterten Innenstadtbereich. An jedem Ort wurde eine Minute gedacht, jedoch fand dies in Absprache mit der Polizei nicht mitten auf den Kreuzungen statt, da die Polizei dort die Sicherheit nicht gewährleisten konnte. „Ich weiß nicht, ob es mir lieber ist, wenn wir in 10 Jahren nicht mehr fahren müssen oder wenn wir dann auf der Fahrbahn gedenken können“, waren daher meine Worte zur Verabschiedung am Ende der Fahrt an die bunt gemischte Teilnehmergruppe. Erstaunlich war, wie rücksichtsvoll die Autofahrer*innen wurden, sobald man in Polizeibegleitung unterwegs ist. Die Zusammenarbeit lief während der Fahrt gut. Zum Auftakt war auch die Presse da, so dass man die Premiere als erfolgreich bezeichnen kann.

Während der Fahrt wurde ich gefragt, ob man was zu den Unfällen erfahren könnte. Das ist allein schon deswegen schwierig, weil man die Infos erst einmal haben müsste. Außerdem sollte die Fahrt bewusst keine Diskussionsfahrt sein. Genauso wenig ist es eine Demo für oder gegen etwas. Deswegen verneinte ich auch die weitere Frage, ob ich noch etwas zu der besonderen Wichtigkeit des Helmtragens sagen würde.

Update 19.05.2016

Eine Übersicht über andere RoS in Deutschland gibt es bei It started with a fight.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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