RVR – Knotenpunkte für die Region in Vorbereitung.

Infrastruktur besteht nicht nur aus Wegen, sondern auch aus einer soliden Beschilderung. Vielen Radfahrern ist das System von der westlichen Rheinseite oder den Niederlanden schon bekannt, jetzt bereitet sich das Ruhrgebiet auf den Ausbau vor. Dei Radregionen Sauerland und Rheinland sind schon der Umsetzung eines identischen System. Nachdem das NRW-Radroutennetz bereits beschildert ist, folgt jetzt der nächste Schritt in Folgen eines Knotenpunktsystems. Der RVR schriebt in diesen Tagen die „Planung und Realisierung eines Knotenpunkt-Wegweisungssystems nach niederländisch/belgischem Vorbild. Auf der Basis der bestehenden landesweiten Wegweisung, in der die Route der Industrie-kultur per Rad, der RuhrtalRadweg und die Römer-Lippe-Route, einschl. Ergänzungen/Verdichtungen im Wegenetz der regionalen Radverkehrskonzeption integriert sind, soll ein Knotenpunktsystem entwickelt und umgesetzt werden. “ aus.

Aus dem Text der Ausschreibung

Mit der stetig steigenden Anzahl von Radfernwegen in Deutschland versuchen sich immer mehr Metropolen/Regionen auf dem Gebiet des Radtourismus zu positionieren. Der anhaltende Trend zum Urlaub mit dem Fahrrad in Deutschland hält an; eine Steigerung in den nächsten Jahren ist noch zu erwarten. In der Metropole Ruhr spielt der Radtourismus eine zunehmend signifikante Rolle. Mit der „Route der Industriekultur per Rad“, dem RuhrtalRadweg, der Römer-Lippe-Route und auch mit dem sich noch in der Planung befindlichen Radschnellweg Ruhr, hat sie sich als außergewöhnliche radtouristische Region in den letzten Jahren positiv entwickelt. Vor allem der Ausbau von hochwertigen Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen, den der RVR auf Basis einer regionalen Radwegekonzeption forciert hat, hat maßgeblich dazu beigetragen. Nun gilt es, sich für die Zukunft zu positionieren und die Infrastruktur weiter auszubauen, bzw. zu qualifizieren.
Der Typus des „RegioRadlers“ spielt dabei für die Metropole Ruhr eine zunehmend wichtigere Rolle. Diese Zielgruppe erwartet einen fahrradfreundlichen Service vor Ort und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Dienstleistungsangebote, aber auch eine optimale, STVO konforme und sichere Wegeinfrastruktur, einschl. Wegweisung. Hinzu kommen noch vielfältige Routenangebote zur Erkundung der Destination. Das im Rahmen des RWP Programms in die bestehende Wegweisung zu implementierende Knotenpunktsystems nach niederländischem/belgischem Vorbild zielt insbesondere auf die Bedürfnisse der RegioRadler und der dadurch bestehenden Möglichkeit, vielfältige Routenangebote zu schaffen. Das Projekt forciert darüber hinaus das radtouristische Ziel, die Metropole Ruhr als ADFC RadReiseregion zertifizieren zu lassen. Das Knotenpunktsystem soll gleichzeitig „Basis“ eines flächendeckenden Notrufsystems werden.
Das Wirtschaftsministerium des Landes NRW fördert die Planung und Umsetzung des Knotenpunktsystems im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms – Infrastrukturrichtlinie i.d.F. vom 29.05.2015 / IV A 2-31-01

Die Eckdaten können sich durchaus sehen lassen und es handelt sich um ein Projekt für ein Drittel der NRW-Bewohner und für 53 der 396 NRW Städte.

Die Aufgabenstellung beinhaltet folgende Bausteine:

  • Festlegung der ca. 250 Knotenpunkte auf Basis der bestehenden radt. Routen und des Radverkehrsnetzes NRW, Ankerpunkte der Route der Industriekultur, Bahnhöfe (Auswahl)
  • Überplanung des bestehenden RVR-Hauptwegenetzes (Route Industriekultur per Rad, Ruhrtal-Radweg, Römer-Lippe-Route und Verbindungswege), ca. 750 km
  • Planung zusätzlicher Wegeverbindungen/Anbindungen an bislang nicht integrierte Kommunen an das RVR Hauptwegenetz im Rahmen der Regionalen Radwegekonzeption. (53 RVR Kommunen, zusätzlich ca. 500 km )
  • Festlegung von Standorten für Knotenpunkttafeln (radtouristische Infotafeln zum Knotenpunkt-system, einschl.Notrufsystem-Koordinaten etc.)
  • Ein zu erarbeitendes Notrufkonzept in Form von Koordinationspunkten o. Rettungsleitzahlen auf den Knotenpunktpfosten/-tafeln wird, parallel zur Entwicklung/Realisierung der Knotenpunkttafeln vom RVR und in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Planungsbüro für das Knotenpunktsystem, gemeinsam bearbeitet. Hierzu bedarf es noch intensiver Planungsgespräche mit den Kommunen und Rettungsleitstellen. Ziel ist jedoch, das Notrufsystem gleichzeitig mit der Fertigstellung des Knotenpunktsystems in Betrieb zu nehmen.

Dazu kommen Konzept für die Umsetzung, Wartung die Bereitstellung der digitalen Daten sowie ein Angebot für die Baubegleitung.

Geplant ist die Entwicklung des Konzeptes bis Herbst 2017, danach soll die Umsetzung erfolgen. Wir müssen uns also noch ein wenig gedulden. Damit geht der Regionalverband einmal mehr als treibende Kraft für den Radverkehr hier im Ballungsraum voran. Hoffen wir mal, das demnächst die Wege auch einheitlichen Standards folgen.

 

Update: Nach Angaben des RVR soll das Knotenpunktsystem bis Ende 2017 fertiggestellt werden. Wir sind gespannt. Zumindest ist das auf den aktuellen Präsentationen zum RS1 so ausgewiesen.

Simon Knur

Planer, Falt- und Liegeradfahrer aus dem Sauerland, wegen der Liebe und dem Job im Ruhrgebiet. Seit 2012 bei VCR und beruflich unterwegs zu den Themen Infrastruktur, Abwasser, Klimaschutz und Klimaanpassung. Blogge mit dem lokalen Schwerpunkt Essen, Radschnellweg und Radkultur.

9 Gedanken zu „RVR – Knotenpunkte für die Region in Vorbereitung.

  • 16.02.2016 um 16:05
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    Traumhaft wäre es natürlich,

    wenn sowohl regional, national und ggf. international keine Nummer einfach doppelt vergeben wird, sondern man dabei ein wenig über den Tellerrand des eigenen Raums hinaus zu denken in der Lage wäre.

    Da müssen wir aber wohl noch sehr lange warten……..

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    • 16.02.2016 um 20:50
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      Das macht das System dann aber wieder weniger praktikabel. Zweistellige Zahlen kann man sich vielleicht noch ein paar Wegweiser lang merken und im Fahren schnell erfassen. Bei drei Stellen wird das schon schwieriger – je nachdem, wie die Nummern verteilt werden. Eine deutschlandweite Pflege so eines Netzes ist auch reichlich aufwendig. Das kann dann ja niemand mehr alleine in der Hand haben. Ob da die Qualität dann einheitlich bleibt und die Pflege der Knotenpunkte..?

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    • 20.02.2016 um 23:58
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      Es reicht doch, wenn die Nummern räumlich nicht beieinander liegen. Das die 68 nach duzenden km eine andere 68 ist, dürfte ja logisch sein …

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  • 17.02.2016 um 14:07
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    Um ehrlich zu sein kann ich mir nicht recht vorstellen, dass das praktikabel ist. Das muss natürlich immer erst ein Versuch zeigen, aber es klingt etwas sehr theoretisch.

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    • 17.02.2016 um 19:12
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      Auf der anderen Rheinseite geht das schon. Wenn du in die Open Streetmap schaust, dann siehst du das es im Sauerland, am Rhein und ab Neuss schon Knoten gibt…

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      • 21.02.2016 um 0:00
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        Und, wird es dadurch im Sauerland einfacher, seinen Weg zu finden? Oder verfährt man sich da eh auch dauernd, weil Schilder fehlen oder völlig versteckt sind?

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  • 17.02.2016 um 14:09
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    Danke für den interessanten Beitrag! Ich wusste vorher so gar nichts über das Thema und bin dementsprechend interessiert. Ich werde mich mal noch genauer damit auseinandersetzen.

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    • 20.02.2016 um 13:19
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      Werde ich bei Gelegenheit mal mit aufarbeiten… Bis dahin hilft auch die Wikipedia weiter… ;-)

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  • 20.02.2016 um 23:06
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    Was bringen einem Knotenpunkte, wenn man den Wegweiser im Ruhrgebiet nie zuverlässig folgen kann? Im Dunkeln und/oder bei Regen wird es fast unmöglich, als Orts- und Streckenunkundiger der Wegweisung zu folgen. Solange das nicht funktioniert, braucht man sich über Add-Ons keine Gedanken machen. Solange das unbrauchbare FGSV-Merkblatt Grundlage ist, wird Wegweisung für den Radverkehr in Deutschland faktisch nicht vorhanden sein, selbst wenn die Aufstellung besser wäre.

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