F&A nach knapp drei Jahren international erfolgreich

Fabian Kortwittenborg auf einem von F&A entwickeltem Ruderfahrrad (Foto: F&A Manufaktur)
Fabian Kortwittenborg auf einem von F&A entwickeltem Ruderfahrrad (Foto: F&A Manufaktur)

Seit Mai 2013 baut die F&A Manufaktur an der Hannöverschen Straße Fahrräder.Inzwischen vier Mitarbeiter bauen dort Lastenräder, Prototypen und warten Räder. Im Büro von Geschäftsführer Fabian Kortwittenborg hängen inzwischen die Urkunden für den ersten Platz beim Grünungswettbewerb Start 2 Grow und den ersten Platz beim Konstuktionswettbewerb Cargobike Dortmund. Grund genug für uns, ihn zu seiner Erfolgsstory per E-Mail zu befragen.

VeloCityRuhr: Das A in F&A stand ja anfangs für Adaptivbikes. Soweit ich das mitbekommen habe, haben sich eure Schwerpunkte schnell verlagert hin zu Lastenrädern und Prototypen. Kannst du uns berichten, wie sich das Firmenprofil in den letzten knapp drei Jahren entwickelt hat und was jeweils den Wandel bedingt hat?

Fabian Kortwittenborg: Wir haben mit dem Thema auch noch nicht abgeschlossen, aber gemerkt, dass wir da noch etwas Entwicklungszeit investieren müssen. Auf Grund verschiedenster Anfragen haben sich unsere Schwerpunkte aufs Prototyping verlagert. Kaum ein Fahrradhersteller baut Aluminiumrahmen noch in Deutschland das hängt stark mit den Preisen aus Thaiwan zusammen. Die Komunikation und Lieferzeiten in Thaiwan gestaltet sich immer schwierig und um Prototypen wunschgerecht umsetzen zu können, kommen die Hersteller zu uns. Da unser Team aus gerade mal 4 leuten besteht, war es gerade am Anfang schwer alle Märkte zu bedienen und desshalb haben wir die Adaptivbikes noch etwas zurück gestellt.

VeloCityRuhr: Was sind für dich die großen Erfolge, die F&A erreichen konnte?

Fabian Kortwittenborg: Naja der größte Erfolg ist, dass wir hier ein Team zusammen bekommen haben welches sich nicht nur auf persönlicher Basis super versteht, sondern sich auch auf fachlicher Basis super ergänzt. So haben wir es geschafft dass wir in der Branche schon nach so kurzer Zeit erst genommen werden.

VeloCityRuhr: Ihr habt ja auch gewerbliche Kunden. Bei Chill’R sehe ich ein Rad im Einsatz und bei Der Hans steht manchmal eins im Schaufenster. Welche Unternehmen nutzen den inzwischen eure Lastenräder und wofür?

Fabian Kortwittenborg: Es sind einige dabei, als größten Gewerblichen Kunden konnten wir DHL gewinnen. Wir haben knapp 1 Jahr mit DHL die perfekte Geometrie für ein Messengerbike entwickelt und seid September wird das Rad im Onlineshop angeboten.

VeloCityRuhr: Die Herstellung von Fahrrädern ist sicherlich nicht die naheliegenste Geschäftsidee in Dortmund. Jetzt mal unter uns: Wie kommt man darauf, in Dortmund Fahrräder zu bauen? Da haben dir doch bestimmt viele von abgeraten.

Fabian Kortwittenborg: Ich bin begeisterter Fahrradfahrer und der Standort sollte einen nicht davon abhalten seine Träume zu verwirklichen. Wenn ich hier in Dortmund zu wenig Kunden habe, muss ich globaler denken. Unsere Kunden sind Firmen die international unterwegs sind, denen sind die Dortmunder Straßen und Radwege egal … auch wenn man da mal Hand anlegen sollte ;) Abgeraten hat mir von der Idee auch niemand, ganz im Gegenteil, meine Familie und Freunde unterstützen mich wo es nur geht.

VeloCityRuhr: Die letzten Jahre waren sicherlich lehrreich. Würdest du heute etwas anders machen oder lief alles gut?

Fabian Kortwittenborg:  Wenn ich etwas anders machen würde, dann würde ich wie du schon sagst, auf viele lehrreiche Erfahrungen verzichten müssen.
Es lief bei weitem nicht alles gut und man hat immer Stolpersteine, doch Probleme sind da um gelöst zu werden.

VeloCityRuhr: Was vermisst du als Radunternehmer in Dortmund und was läuft schon sehr gut aus Sicht des Radunternehmers?

Fabian Kortwittenborg:  Ich kann mich eigentlich absolut nicht beschweren. In Dortmund wird viel gemacht für Unternehmen. Es gibt z.B. das Netzwerktreffen Cargobike welches ich jedem Interessierten nur empfehlen kann. Hier gibt es die Möglichkeit Projekte vor einigen sehr erfahrenen Leuten zu präsentieren und es vermischen sich unterschiedlichste Branchen. Vielleicht wäre das auch mal interessant für VeloCityRuhr ?! ;)

VeloCityRuhr: „Unser“ Fabian ist doch immer dabei, wenn er es schafft. ;-) Danke für das Gespräch.

Die F&A Manufaktur findet ihr unter fa-manufaktur.de im Internet.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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