Simon Vogt – Der neue Nahmobilitätsbeauftragte von Recklinghausen

(Foto: Stadt Recklinghausen)
(Foto: Stadt Recklinghausen)

Seit Anfang August hat Recklinghausen mit Simon Vogt einen neuen Nahmobilitätsbeauftragten. Nachdem er nun sein Revier – 6.643 ha und fast 120.000 Einwohner*innen – erkunden konnte, ist es Zeit, ihm per E-Mail ein paar Fragen zu stellen.

VeloCityRuhr: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur neuen Stelle. Im Ruhrgebiet treffe ich immer wieder auf Menschen, die mit dem Begriff „Nahmobilitätsbeauftragter“ ganz sicher nichts anfangen können. In zwei, drei Sätzen: Wie erklärt man diesen Menschen, warum es den Posten geben muss?

Simon Vogt: Ich denke, dass gerade in einer Großstadt die Verkehrsarten, die körperlich wie auch geistig fit und gesund halten, nur geringe Kosten für Nutzer und Baulastträger verursachen, umweltfreundlich sind und am meisten zu einem attraktiven Stadtbild beitragen, eine eigene Stelle benötigen und nicht nebenbei abgewickelt werden sollten.

VeloCityRuhr: Den ganzen Tag Zeit für Fuß- und Radverkehr hätte ich ja auch gerne. ;-) Aber Spaß beiseite: Ein Nahmobilitätsbeauftragter wird sicherlich nicht nur spazieren gehen und Rad fahren und die Dinge auf sich zukommen lassen. Um was kümmert man sich als Nahmobilitätsbeauftragter in Recklinghausen?

Simon Vogt: Zu meinen Aufgaben gehört die Erstellung von konzeptionellen Planungen z.B. für Radabstellanlagen oder die Schließung vorhandener Netzlücken. Weitere Aufgaben sind die Geschäftsführung der Kommission Mobilität und die Betreuung des AGFS-Projekts sowie Pressearbeit zu den Themen Fuß- und Radverkehr. Neben dem allgemeinen Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt Recklinghausen bilde ich die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgern mit Fragen und Ideen zu den Themen Fuß- und Radverkehr. Zusätzlich zu den Bürgeranfragen bearbeite ich entsprechende Anfragen aus der Politik.

VeloCityRuhr: Der neue Dortmunder Rad- und Fußverkehrsbeauftragte soll wichtige Themen auch kommunizieren und entsprechend wird er auch viel mit unterschiedlichen Menschen zu tun haben, die sich in Vereinen und Netzwerken oder auch alleine für Rad- und Fußverkehr engagieren. Ist die Konzeption in Recklinghausen ähnlich und wenn ja, wie können sich die Menschen einbringen?

Simon Vogt: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sind natürlich auch in Recklinghausen vorgesehen. Wie in der Antwort zur zweiten Frage erwähnt, sollten sich Vereine und einzelne Personen zunächst an das Ideenmanagement (ideen-beschwerden@recklinghausen.de) oder direkt an mich (simon.vogt@recklinghausen.de) wenden. Die weiteren Möglichkeiten müssen dann im Einzelfall geprüft werden. Die Ortsgruppe des ADFC ist beispielsweise ständiges Mitglied in der Kommission Mobilität, die einem Beirat entspricht. Insgesamt liegt der Fokus meiner Arbeit aber mehr auf der konzeptionellen Planung als im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

VeloCityRuhr: Was steht in den nächsten Monaten ganz oben auf der Agenda?

Simon Vogt: Ein Arbeitsschwerpunkt sind die vorhandenen Netzlücken im Radwegenetz, die sukzessive beseitigt werden sollen. Hierbei koordiniere ich die Konzepterstellung. Weiterhin wird in den nächsten Monaten ein neues Verkehrsgutachten für die Altstadt erstellt, in dem u. a. auch die Verträglichkeit der Teilöffnung der Fußgängerzone für den Fahrradverkehr unter Berücksichtigung der berechtigten, schützenswerten Belange der Fußgänger untersucht wird. Die bereits bekannten Reaktionen auf diese Idee sind sehr unterschiedlich. In einem weiteren Projekt wird die Einführung von einem Fahrradverleihsystem bzw. eines entsprechenden Anbieters in der Stadt Recklinghausen geprüft.

VeloCityRuhr: Danke für das Gespräch.

Die Kontaktdaten kann man auf der Webseite der Stadt abrufen.

Update 03. 06. 2016:
Link zu Kontaktdaten aktualisiert.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

2 Gedanken zu „Simon Vogt – Der neue Nahmobilitätsbeauftragte von Recklinghausen

  • 12.11.2015 um 16:41
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    Es wäre schön, wenn es auch eine Frage zum Rückbau der benutzungspflichtigen Radwegen gegeben hätte. Hier hat Recklinghausen noch großen Handlungsbedarf. Hoffentlich ist mit Beseitigung der vorhandenen Netzlücken im Radwegenetz nicht gemeint, dass noch mehr benutzungspflichtige Radwege auf Gehwegen gebaut werden.

    Antwort
    • 13.11.2015 um 1:15
      Permalink

      Es ist ein Willkommensinterview …

      Für detaillierte Fragen fehlen mir die Ortskenntnisse. Wenn du über RE schreiben willst hier, meld dich doch.

      Antwort

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