Zur Lage der Verkehrsüberwachung in Dortmund

In den Tiefen des dortmunder RIS findet sich die interessante Drucksache Nr. 02717-15.[fn]s. https://dosys01.digistadtdo.de/dosys/gremrech.nsf/TOPWEB/02717-15[/fn] Hier ein paar der interessantesten Informationen:

Insbesondere werden folgende Verstöße überprüft: „Zweite-Reihe-Parker“ an den Hauptausfallstraßen, Feuerwehrbewegungszonen, Halteverbote, Ladezonen und Behindertenparkplätze, aber auch Überschreitungen der Parkzeiten. Hinzu kommt die klassische Parkraumbewirtschaftung, die Realisierung von Schwerpunktaktionen, z. B. in Spielstraßen sowie eine Vielzahl von Einsätzen bei Groß- und Sonderveranstaltungen wie z. B. BVB-Spielen, Radrennen, dem Weihnachtsmarkt, Trödelmärkten und Demonstrationen.

Geh- und Radwegparken wird also nur nachrangig verfolgt.

Dabei sollen besonders die schwächeren Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen, Kinder und Jugendliche sowie ältere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer vor rücksichtslosem Verhalten der Autofahrerinnen und -fahrer geschützt werden. Insofern nimmt die Überwachung des fließenden Verkehrs an Schulen und Kindergärten, auf Schulwegen sowie vor Altenheimen, Krankenhäusern und an Unfallschwerpunkten einen ganz besonderen Stellenwert bei der Einsatzplanung ein.

Wieso glauben immer alle, dass Kinder sich nur vor Schulen, Kindergärten etc. aufhalten und Senioren nur vor Altenheimen? Da rechnet der durchschnittliche Raser, die durchschnittliche Raserin vielleicht noch am ehesten damit, weswegen gerade der Schutz auch an anderen Stellen notwendig ist.

Zum anderen fordern die Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer die Verkehrsüberwachung auf, in eine Verkehrssituation einzugreifen. Die Zahl dieser Beschwerden steigt seit ca. 10 Jahren kontinuierlich an. Auch der Zeitaufwand für die Verfolgung dieser Beschwerden, oft unter Beteiligung sachberührter Fachbereiche und externer Dienststellen, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Durchschnittlich sind für diese Aufgaben im ruhenden Verkehr täglich sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Außendienstes (von 28,54 Soll-Planstellen im Außendienst) befasst; in der Regel ohne nennenswerte Möglichkeiten während dieser Zeit, Verwarnungen zu erstellen.

Warum die Beschwerdenanzahl wohl steigt?

Das bedeutet: 1/4 der Außendienstmitarbeiter sind faktisch gar nicht im Außendienst unterwegs.

Im ruhenden Verkehr erreicht die Verkehrsüberwachung Dortmund mit neun Verwarnungen pro Überwachungsstunden die von Herrn Dr. Heinz angegebene und auf Erfahrungswerten beruhende Kennzahl. Es muss stetig ein Gleichgewicht zwischen fachlicher und gesetzlich geforderter Aufgabenerfüllung, Wirtschaftlichkeit und einem hohen und stetig steigendem Anspruch der Bürgerschaft bei sich ständig verändernden urbanen und städtebaulichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ebenso ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen präventivem Einschreiten und sanktionellem Tätigwerden noch einmal auch mit detaillierten örtlichen Bezügen im Stadtgebiet erfolgt.

 

 

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

2 Gedanken zu „Zur Lage der Verkehrsüberwachung in Dortmund

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.