BV Hörde mit vielen Verkehrsthemen

Am kommenden Dienstag (27.10.2015) tagt um 15:30 Uhr die Bezirksvertretung Hörde[fn]s. vorläufige Tagesordnung[/fn]. In der Sitzung gegt es um viele Verkehrsthemen, z. B. um die Erweiterung einer Tempo 30-Zone[fn]s. Drucksache 02000-15[/fn]. Auch das Scheinkonzept zur Problemlösung „Mehr Parkplätze zur Lösung des s. g. Parkdrucks“ konnte erfolgreich durchgesetzt werden[fn]s. Drucksache 00636-15-E1[/fn]. Der Wunsch nach mehr Kontrolle des ruhenden Verkehrs wird mal wieder mit dem Standardargument abgewiesen, dass es kein Personal dafür gäbe[fn] s. Drucksache 02263-15-E9[/fn]. Ob die Verwaltung da mal den Hinweis reinsetzen könnte, dass die Parteien im Rat im Rahmen z. B. des Haushaltes und grundsätzlicher Beschlüsse Einfluss haben, ob genug Personal zur Verfügung steht, falls ein Politiker die Überwachung aus persönlichen Gründen doch mal will und nicht als Raubrittertum etc. ansieht? Auch ein Trampelpfad ist Thema[fn]s. Drucksache 02715-15[/fn], ebenso Ruhebänke für Senioren[fn]s. Drucksache 02681-15[/fn]

Die CDU bringt einen Antrag ein (übrings mit einem Urheberrechtsverstoß zu Lasten von google), der die radverkehrsfreundlichkeit Wellinghofens fördern soll[fn]s. Drucksache 02708-15[/fn]. Die Fotos des Antrag zeigen gemeinsame Geh- und Radwege, dennoch spricht die CDU kontinuierlich von Radwegen, womit sich mal wieder zeigt, dass die CDU in Dortmund Fußverkehr nicht als eigenständig zu denkende Verkehrsart kennt. Für die Dortmunder CDU überraschend sinnvoll ist das Anliegen, dass am Ende von nicht straßenbegleitenden Radwegen bzw. hier Geh- und Radwegen der Bordstein abgesenkt sein muss und das Parken davor unterbunden werden muss. Das die CDU Fußverkehr nicht kann, zeigt sich auch darin, dass sie eine weitere Freigabe eines Gehweges für den Radverkehr will, damit der Verkehr nicht behindert werde. Gehweg Radfahrer frei ist – um es mit Ralf Kaulen[fn]So seine Aussage bei einer Fortbildung der Fahrradakademie[/fn] – zu sagen Teufelszeug. Und die Verlagerung des Radverkehrs von der Zillestraße in die parallele Grünanlage mit wassergebundenen Decken hält die CDU auch für eine gute Idee. Wo kämen wir denn hin, wenn wir das Problem an der Wurzel packen würden. Highlight der Argumentation ist, dass die Inititative vor allem mit der Sicherheit der Kinder begründet wird. Wenn es darum wirklich ginge, sollte man sich an die Wurzeln des Problems begeben. Solange man mir nicht das Gegenteil beweisst, gehe ich davon aus, dass es in Wahrheit darum geht, die Verkehrshindernisse (s. g. Radfahrer*innen) von der Ziellestraße weg zu bekommen.

Begrüßenswert ist, dass Hörde (nicht der ganze Stadtbezirk) eine Wegweisung für Fußgänger*innen bekommen soll, wenn die Beschlussvorlage eine Mehrheit bekommt. Leider bin ich nicht dazu gekommen, mir diese umfassende Vorlage zu lesen, so dass es beim Hinweis bleiben muss.

In einem B-Plan-Verfahren[fn]s. Drucksache 02560-15[/fn] wurden die Einwände des ADFC, die auf die dauerhafte Sicherung von Rad- und Fußverbindungen zwischen Geschäften und benachbarten Wohngebiete abzielten, abgeleht von der Verwaltung in der Beschlussvorlage. Ebenfalls abgeleht wurde die Einwände aus der Nachbarschaft, die diese Wege nicht nutzen will, sondern mit dem Auto zum Einkaufen fahren will. Eine genaue Berechnung der notwendigen Fahrradabstellplätze erfolgt nicht. Es heißt dazu:

Fahrradabstellplätze werden in ausreichender Form und Anzahl direkt an den Eingängen der einzelnen Gebäude vorgesehen. […] In zentraler Lage zu den Eingängen sind an jedem Gebäude Fahrradabstellplätze vorgesehen (Geschäftshaus 12 St., Drogeriemarkt mit Wohnungen 10 St. und Lebensmitteldiscounter 6 St.).

Die Standorte sind immerhin zeichnerisch festgelegt.

Auch wenn das Protokoll der letzten Sitzung am 18. 09.  noch nicht online ist, kann man schon eine Info finden. Fahrradabstellanlagen an der Hörder Brücke werden beleuchtet[fn]s. Übersicht der Beschlüsse[/fn].

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

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