Bestehende Radschnellwege in Dortmund!? #1

Bei den vielen Diskussionen um den RS1 ist mir aufgefallen, dass es bereits Radschnellweg-ähnliche Wege in Dortmund gibt. Diese zeichnen sich durch ein Fehlen des motorisierten Verkehrs, geeigneten Fahrbahnbelag, weitgehende Kreuzungsfreiheit (mit dem motorisiertem Verkehr) und ggf. Trennung mit Fußverkehr aus. Gute Beschilderung bzw. eine intuitive Verkehrsführung sind neben einer guten Beleuchtung des Wegs wichtig.

Ansätze dieser Kriterien sind mir in Dortmund an mehreren Stellen aufgefallen. Heute will ich Euch dies am Beispiel des Emscherwegs, hauptsächlich auf dem Phoenix- Areal in Hörde veranschaulichen. Dieser ist von der Adelenstraße in Schüren bis zur Ardeystraße kreuzungsfrei (also etwa 6km), er besitzt fast ausschließlich neuen und sehr guten Aspahlt und ist in großen Teilen beleuchtet.

 

An der Adelenstraße ist man quasi direkt am Phoenix See:

Die Brückeist die B236
bequem, schnell, sicher und hell (leider dunkel in der Nacht) geht es unter der B236 entlang

 

Am See sind die Wege getrennt und beleuchtet:

Am See: getrennte Wegen für jeweils Rad- und Fußverkehr
Am See: getrennte Wege für jeweils Rad- und Fußverkehr

 

wunderbarer Asphalt am See
wunderbarer Asphalt am See

 

Nach dem See ist der Weg weiterhin beleuchtet, teilt sich diesen aber mit dem Fußverkehr.

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nachdem der See passiert wurde, teilt man sich den breiten Weg mit dem Fußverkehr

 

Viele Brücken über Straßen und Bahnstrecken sorgen für Kreuzungsfreiheit

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Im späteren Verlauf fährt man weiter kreuzungsfrei über neue Brücken. Der Aspahlt ist rauer und damit griffiger. Bei nasser Fahrbahn deutlich von Vorteil.

 

Der Weg ist (zwischen Phoenix See und Phoenix West) ohne Beleuchtung:

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Zwischen Phoenix See und Phoenix West leider ohne Beleuchtung, aber guter Boden!

 

Weiter geht es zwischen Phoenix West und Bahnlinie weiter (leider auch ohne Beleuchtung):

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links: Phoenix West. rechts: Bahnlinie zwischen den Stationen Dortmund Hörde und Dortmund Signal Iduna Park

 

Nachdem man den Eingang Buschmühlenteich am Westfalenpark erreicht hat, befindet man sich schon am Steinklippenweg:

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Kurz vor der Radrennbahn „Niere“

Hier ist der Weg auch wieder beleuchtet und so breit wie nie zuvor.

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Nachdem eine Runde auf der Radrennbahn gedreht wurde, geht es unter der B54 weiter

 

Ein kurzes Stück fährt man entlang der B54 (beleuchtet, aber recht schmal):

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Enlang der B54 fährt man nur ein kurzes Stück

 

Ohne Beleuchtung am Weg, aber mit viel Grün von beiden Seiten geht es weiter zur Ardeystraße:

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kurz vor der Ardeystraße ist der Weg stark bewachsen

 

 

Die Anschlüsse:

Das östlichen Ende in Schüren mit einem Blick Richtung Osten: Dort, ab der Adelenstraße besteht der Bodenbelag des Emsherwegs aus Schotter und wird häufig durch Straßen unterbrochen, an denen man auch noch Vorfahrt gewähren muss, zudem ist er nicht beleuchtet. Das sind Kriterien, wieso ich diesen Abschnitt nicht als Radschnellweg bezeichnen kann. Andere fahrradfreundliche Verkehrswege sind so gut wie nie vorhanden, sodass das Anknüpfen an gute Fahrradinfrastruktur fehlschlägt.

Der Weg hat direkten Anschluss an die Stadtbahnlinie U41 (Willem-van-Vloten-Straße) und an den Westfalenpark. Es gibt gute Anschlüsse an das TSC- Eintracht Sportzentrum, die Westfalenhallen und Stadion, Freibad Volkspark und div. Schulen.  Über Brücken erreicht man Stadion und Westfalenhallen weitgehend mit nur kurzen „Berührungen“ zum motorisiertem Verkehr.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Ardeystraße befindet sich die Bolmke und der Emscherweg wird fortgesetzt mit (meiner Meinung nach) bei Regen unbefahrbarem Bodenbelag. Ein bisschen weiter befindet man sich schon an der Universität.

 

Ich würde mir wünschen, dass Radschnellwege generell wie hier kreuzungsfrei und frei vom motorisierten Verkehr verlaufen würden. So fährt man am sichersten und am schnellsten und diese Wege sind für alle: für jung und alt, zum pendeln oder für die Freizeit, für Menschen mit und ohne Behinderung, zum schnell und langsam fahren, für Lastenräder, Räder mit Anhänger usw…

 

Nico Faust

Der Jüngste Blogger im VCR-Blog. Seit 2015 ist der Planer bei VCR.

Ein Gedanke zu „Bestehende Radschnellwege in Dortmund!? #1

  • 01.10.2015 um 9:51
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    Auf den Fotos sieht man deutlich, was solchen Wegen fehlt. Dort gibt es viel Grün aber wenige Alltagsziele und wenige Verknüpfungen zu anderen brauchbaren Wegen, wahrscheinlich auch kein Winterdienst. Fehlende Beleuchtung führt gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit zu Angst-Räumen. Also werden diese Wege primär zu Freizeitzwecken genutzt und nur zufällig haben vereinzelte das Glück, solche Wege auch auf ihrem täglichen Weg zur Schule oder zur Arbeit zu nutzen.

    Das Modell Radschnellweg krankt an der Idee, eine Infrastruktur als reine Strecke darzustellen., wie es Autofahrer mit der Autobahn, bzw. Bahnfahrer auf einer Bahnstrecke tun. Radverkehr ist aber Verkehr in der Fläche. Bei Tür zu Tür Radfahrten kommt es auf direkte und kurze Strecken an. Keiner wird einen Umweg von 10 bis 20 km mit dem Rad fahren, um ein Stück auf dem RS1 fahren zu können. Autofahrer machen das aber schon um die Vorteile einer Autobahn oder Schnellstraße zu nutzen. So wird auf den Alltagswegen der RS nur für diejenigen von Vorteil sein, die entlang des RS wohnen und ihre Ziele zufällig auch direkt am RS liegen.

    Radschnellwege können nur das Sahnehäubchen zu einem bestehenden gut ausgebauten Radnetz in der Fläche sein. Dieses ist z.B. in den Niederlanden der Fall. Ein brauchbares Grundnetz fehlt aber im Ruhrgebiet. Mit Radschnellwegen macht man nach meiner Meinung den zweiten Schritt vor dem ersten.

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