Lastenräder braucht die Stadt

Aus zweierlei Gründen habe ich mich dazu entschieden, Lastenfahrräder auszuprobieren. Ich wollte schon immer mal die Möglichkeit nutzen, die Leidenschaft Radzufahren mit einem größeren Lastentransport zu verbinden. Außerdem wollte ich für jemanden Großeinkäufe einfach und schnell ohne Auto erledigen. Ich vertrete nämlich den Standpunkt, dass man in einer Großstadt ohne eigenes Auto sehr gut auskommen kann.

Im Alltag gehe ich meistens zu Fuß einkaufen. Dabei nehme ich mir einen Rucksack und/ oder große Stofftaschen mit. Gelegentlich kommt es auch vor, dass ich meine Einkäufe mit dem Fahrrad nach Hause bringe. Dazu habe ich zwei große wasserdichte Gepäcktaschen eines namenhaften Herstellers, die man einfach am Gepäckträger festmachen kann. Damit kann man schon eine Menge transportieren. Sollte das nicht reichen, kann man sich immernoch einen Rucksack aufsetzten.

An die Grenzen kommt man erst, wenn man Getränkekästen kaufen will. Da ich in der Regel das gute Dortmunder Leitungswasser trinke, muss ich auch keine Getränkekästen transportieren. Doch wie oben erwähnt, wollte ich ja jemandem einen Gefallen tun und die Großeinkäufe (inklusive Getränkekisten) ohne Auto übernehmen. Zwar gibt es Methoden, sich Wasserkästen an das eigene „normale“ Fahrrad zu montieren, aber das kommt für mich (noch) nicht infrage.

Somit habe ich mich dazu entschlossen, zunächst Rudi auszuleihen.

2015-06-25 07.31.07

Dazu musste man ganz einfach auf Dein Rudolf seine persönlichen Daten und die gewünschte Leihzeit eintragen und bekam nach kurzer Zeit eine Rückmeldung. Darin waren die Daten des Verleihers enthalten. Nach einem kurzen Telefonat mit der Verleihstation konnte ich Rudi im Kreuzviertel ausleiehen. Zum abgemachten Treffpunkt musste ich den leicht verständlichen Leihvertrag unterschreiben und konnte direkt loslegen. Wertvolle Tipps bekam ich aber selbstversändlich vor Abfahrt ebenfalls.

An dieser Stelle möchte ich auf die Details von Rudi eingehen. Rudi ist ein Fahrrad mit drei Rädern, wobei sich zwei Räder jeweils neben der Box befinden und ein Rad hinten – wie beim „klassischen“ Fahrrad. Der Antrieb erfolgt über das Hinterrad, in dem sich eine 3-Gang-Nabenschaltung befindet. Die Sattelstange ist höhenverstellbar, sodass auch ich mit einer hohen Position mit meinen etwa 200cm Körpergröße auch bequem fahren kann. Der Sattel ist sehr weich und bewegt sich ein wenig beim Tritt in die Pedale, was aber nicht beunruhigend ist. Die Lenkstange ist mit der Box und den Vorderrädern verbunden. Man kann also ganz einfach die Vorderachse bewegen. An den Vorderrädern hat Rudi Scheibenbremsen, die auch mit einer Feststellbremse gekoppelt sind. Der Bremsgriff befindet sich an der Lenkstange und man kann ihn einfach mit der rechten Hand betätigen. Das Hinterrad wird mit einer Rücktritt- Bremse gebremst. Licht und Reflektoren sind auch am Fahrrad vorhanden. Das Vorderlicht ist ein wenig versteckt unter der Kiste, aber es erfüllt seinen Zweck. Die Reifen sind ziemlich breit und haben auch eine gute Dämpfwirkung.

Die Box – also das Merkmal dieses Fahrrads ist wirklich riesig! In ihr hätten bis zu acht (!) Mineralwasserkästen Platz! Das geniale daran: Man kann die Box durch ein Vorhängeschloss abschließen, sodass man mehrere Einkäufe nacheinander darin abladen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass sich jemand in der Zwischenzeit eine Flasche Wasser (oder anderes) herausnimmt. So viel Platz würden sich sicherlich viele Autofahrer/innen in ihren Autos auch wünschen. Ein sehr stabiles Kettenschloss bekommt man auch zum Abschließen/ Abstellen des Fahrrads dazu. Die Box ist im geschlossenen Zustand wetterbeständig und man muss sich bei Regen keine Sorgen um den Inhalt machen.

2015-06-24 20.31.49

Nun komme ich zum Fahrverhalten von Rudi. Bei der Ausleihstelle habe ich den Hinweis bekommen, dass sich Rudi beladen leichter fährt als unbeladen. Das habe ich bei der ersten Fahrt auch festgestellt. Ich hatte nur einen leichten Rucksack in der Box, das Fahrrad war somit so gut wie unbeladen. Bei engen Kurven habe ich mich anfangs unwohl gefühlt und kurz geschoben, weil ich den (im Nachhinein falschen) Eindruck hatte, ich würde (trotz sehr geringer Geschwindigkeit) umkippen. Auch bergab hatte ich zunächst einige Schwierigkeiten, Spur zu halten, aber man gewöhnt sich daran, mit leicht gezogener Bremse bergab zu fahren. Bergauf fährt sich Rudi echt stabil und klasse und es war weniger anstrengend als gedacht. Was zudem noch ein cooler Vorteil ist: Man muss nie einen Fuß (an der Ampel) absetzen, sondern macht bequem die Feststellbremse rein und wartet einfach ab. Beladen ging es dann zur zweiten Fahrt los. Wie erwartet, war Rudi viel einfacher (vor allem in Kurven zu kontrollieren) und das Fahren fühlte sich viel sicherer an. Das Fahren war selbst mit viel Beladung nicht wesentlich anstrengender als ohne. Selbst sehr lange bergauf- Passagen konnte ich problemlos und langsam erledigen. Achja: langsam :P Generell sollte man sich keine Hoffnungen machen, sehr schnell zu sein. Mit Rudi ist man stets gemütlich unterwegs und es war ein merkwürdiges Gefühl seit meiner Kindheit wieder von anderen Radfahrer/innen überholt zu werden. Doch nach einiger Zeit hatte ich Rudi fest im Griff und konnte mit den Freizeitradler/innen am Phoenix- See gut mithalten. Auch das Gefühl für das Fahrrad war nach einiger Zeit deutlichlich besser. Selbst mit wenig Beladung fühlte ich mich in den Kurven immer sicherer. Eine weitere Besonderheit besteht beim Fahren von engeren Kurven darin, dass man nur mit der Hand der kurvenäußeren Seite an die Stelle der anderen Hand greift, um das Fahrrad durch die Kruve zu führen. Klingt kompliziert, erkärt sich aber eigentlich von selbst. Der Griff an der Lenkstange empfande ich nach einiger Zeit ein wenig unbequem, aber man kann die Lenkstange auch zur Abwechslung an den äußeren Rändern greifen. Die Reifen scheinen sehr robust zu sein und haben eine leicht federnde Wirkung.

Was zudem noch auffällt: Die vielen zu schmalen unzureichenden Fahrradschutzstreifen in der Türzone der geparkten Autos in Dortmund  oder  die unsinnigen Fahrradwege, die auf dem Fußweg verlaufen kann man zum Großteil gar nicht nutzen und muss auf der Fahrbahn fahren. Die übrigen motorisierten Verkehrsteilnehmer handelten meist deutlich besonnener. Sie fuhren nicht so dicht auf, warteten den Gegenverkehr ab und hielten meistens den Mindestabstand beim Überholen ein. Man kam also deutlich entspannter als mit dem eigenen „normalen“ Fahrrad ans Ziel. Rangieren (z.B. in einer Garage oder einem Hinterhof) ist sehr einfach, da man problemlos das Hinterrad anheben und bewegen kann.

Nach 24h und mehr als 60km zurückgelegter Strecke brachte ich Rudi wieder zurück. Eine sehr schöne Erfahrung. Ich werde das Fahrrad sicherlich häufiger ausleihen. Sympathien hat man mit dem Fahrrad übrigens garantiert! Es ist ein totaler Hingucker. Winkende und interessierte Kinder sind keine Seltenheit :-) Viele Menschen bleiben stehen und schauen sich das Fahrrad an. Manche Autofahrer/innen überholen sehr langsam und schauen sich das Fahrrad an :-P

Mit ein paar kurzen Sichpunkten will ich meine Erfahrungen mit Rudi zusammenfassen:

Rudi & Nico

  • Hingucker
  • Sehr viel Platz in der Box
  • Abschließbare Box, wetterbeständig
  • Gemütliches Tempo und bequemes Fahren
  • Wenig (Hand-)Griffmöglichkeiten
  • 3-Gang-Nabenschaltung, Rücktrittbremse
  • Keine Probleme bei der Parkplatzsuche
  • Unkompliziertes Ausliehen
  • Zaubert ein Lächeln auf’s eigene und auf anderer Leute Gesicht
  • Kostenlos/ freiwillige Spende

 

 

 

Nun komme ich zum e-Bullitt des Umweltamts der Stadt Dortmund. Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Umweltamt und einem kurzen Telefonat haben wir einen Abholtermin in der City ausgemacht. Ich musste einfach den Leihvertrag ausfüllen und schon kamen wir zur Übergabe, wobei ich noch einige hilfreiche Hinweise zum Fahrrad bekam. Das Bullitt ist ein Fahrrad mit Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad. Dazu führt eine Stange unter dem Fahrrad vom Lenker zum Vorderrad, sodass man ebenso wie beim Fahrrad direkt lenken kann. Im September vergangenen Jahres hatte ich beim Lastenfahrradrennen auf dem Friedensplatz in einer Pause auch die Gelegenheit die ein oder andere Runde mit einem Bullitt zu drehen. Das war sehr ungewohnt, aber man gewinnt relativ fix ein Gefühl für das Fahrrad mit dem Vorderrad etwa einen Meter vor dem Lenker. Bei Bullitts kann die Ladefläche verschieden gestaltet werden. Dieses Fahrrad hat eine relativ einfache „Wanne“ als Ladefläche, in die man einfach seine Sachen reinlegen kann. Ein Kindersitz dafür kann man sich auch noch dazu ausleihen. Es ist nämlich auch möglich, Personen zu transportieren, aber dazu später mehr. Sehr angenehm an dem Fahrrad ist, dass man sowohl Lenk-, als auch Sattelstange in der Höhe verstellen kann. Jedoch fehlen der Sattelstange für einen optimalen Sitz bei mir ein paar cm, aber es ging in Ordnung. Die Schaltung ist eine 8-Gang-Nabenschaltung. Licht und Reflektoren sind an dem Fahrrad ebenfalls vorhanden.

2015-07-02 14.37.55

Wie das „e“ im Namen vermuten lässt, handelt es sich bei dem Fahrrad um ein Fahrzeug mit elektrischem Hilfsantrieb. Dabei wird das Vorderrag elektrisch angetrieben. Ein abschließbarer Akku in Flaschenform sorgt für die nötige Energie. Aus eigener Kraft betreibt man „klassisch“ das Hinterrad. Es handelt sich also um ein Fahrzeug mit Allradantrieb. Man darf das Fahrrad ohne Versicherungskennzeichen und Führerschein fahren, das heißt, der Motor hilft bis etwa 25 km/h. Dafür ist auch ein übersichtliches „Bedienfeld“ mit Tacho am Lenker installiert. Darauf kann man den Motor ein- und ausschalten und die 5 Stufen regeln. Das ist meine zweite Erfahrung mit einem Pedelec. Einmal durfte ich ein „normales“ Pedelec kurz austesten.

Bei meiner ersten Testrunde mit dem e-Bullitt war ich erstaunt, wie viel Schub man doch beim Beschleunigen auf voller Stufe bekommt. Innerhalb 1-2 Sekunden beschleunigt man auf 25 km/h. Was mir sofort aufgefallen ist: der Motor reagiert ein wenig zeitversetzt auf den Antritt. Auch hilft der Motor erst nach einem kurzen Moment des Nicht-mehr-Tretens nicht mehr. Dieses zeitversetzte Ansprechverhalten gefällt mir nicht so gut, sodass ich häufiger auch mit ausgeschaltetem Hilfsmotor gefahren bin. Dennoch ist die Unterstützung bei schwerer Last oder Bergaufpassagen sehr hilfreich. Das Fahren von Kurven mit Vorderradantrieb ist angenehm, da man durch die Kurve „gezogen“ wird. Auch, wenn man nicht ins Schwitzen geraten möchte, freundet man sich mit dem Hilfsmotor schnell an. Wie lange die Energie des Akkus ausreicht, lässt sich sehr schwer einschätzen, da, je nach Stufe, Beladung, Fahrweise und Streckenprofil, der Energieverbrauch schwanken kann. Ich schätze, es sind mehr als 50 km Reichweite mit der höchsten Stufe. Laden kann man den Akku sowohl im angeschlossenen Zustand direkt am Fahrrad mit einem Kabel, das in jede „normale“ Steckdose (in Deutschland) passt. Man kann den Akku aber ganz einfach (mit einem Schlüssel) herausnehmen und ihn seperat vom Fahrrad laden.

Das Fahrrad hat einen relativ sportlichen Sattel und einen breiten Griff am Lenker, was das Fahrrad in eine sportliche Richtung bringt. Der Sitz ist damit relativ entspannt. Für längere Fahrten finde ich die Griffe an den Händen nicht so bequem. Apropos sportlich: Dieses Fahrrad ist von der Geschwindigkeit das Gegenteil von Rudi. Beschleunigung ist hier die klare Stärke. Man kann mit relativ geringem Kraftaufwand relativ schnell fahren. Häufig bin ich auf gerader Strecke im Schnitt knapp schneller als 30 km/h gefahren, wobei bei dieser Geschwindigkeit nur sehr wenig vom Motor zu merken ist. Viel schneller kann man aber auch nicht fahren, da man ansosnten im höchsten Gang (8.) extrem viele Umdrehungen leisten muss. Damit sind nur kurzzeitig Geschwindigkeiten um 40 km/h möglich. Selbstverständlich bin ich nie mit großer Last diese Geschwindigkeiten gefahren. Bergauf schafft man je nach Last knapp 20km/h. Dabei macht sich der Motor echt bezahlt, weil man selbst bergauf Fahrtwind abbekommt. Auffällig war auch der Umgang der Autofahrer/innen mit mir im Straßenverkehr. Da ich einen Tacho habe (und mich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halte), fande ich es sehr merkwürdig mit 30 km/h Geschwindigkeit in der 30-Zone von Autos überholt zu werden (Geschwindigkeit des Tachos mit GPS abgeglichen). Enges und sinnloses Überholen, sowie das Nehmen meiner Vorfahrt durch Autofahrer/innen bin ich in Dortmund mit meinem eigenen Fahrrad gewohnt und bemerkte mit dem e- Bullitt kaum einen Unterschied. Dabei sind vorrausschauendes Fahren, Erkennen der gefährlichen Situationen und die Scheibenbremsen des Bullitts von Vorteil. Diese habe ich zu lieben gelernt, da sie auch bei Regen wunderbar greifen. Insgesamt gefallen sie mir (einem Felgenbremsenfahrer) im Vergleich äußerst gut. Bei Drängelgittern und sehr engen Kurven muss man oft leider Absteigen oder zumindest einen Fuß auf den Boden setzten. Dortmund ist also (wen wundert’s?) nicht bullittgerecht.

Anfangs habe ich das e- Bullitt auch für meine Alltagswege benutzt. Der Umstieg auf’s eigene Fahrrad ist wiederum ein wenig ungewohnt, weil man das Rad direkt unter dem Lenker hat und ich musste mich auch wieder daran gewöhnen. Das e- Bullitt hatte ich für etwa 1 1/2 Wochen ausgeliehen. Dabei habe ich eine Strecke im dreistelligen Kilometerbereich zurückgelegt. Oft auch mit ausgeschaltetem Motor. Aber das ist ja Geschmackssache ;)

 

Der Grund, warum ich das Rad ausgeliehen habe, ist der gleiche wie bei der Ausleihe von Rudi: um für jemanden einuzkaufen. Auf der Ladefläche ist für zwei Getränkekästen nebeneinander gut Platz. Man kann auch noch zwei darauf stapeln, braucht dann aber eine Sicherung wie Spanngurte. Die Ladung sollte man nicht unbeaufsichtigt stehen lassen.

 

Beladenes Bullitt 1  Bullitt beladen 3Bullitt beladen 2

Mit eingeschaltetem Motor merkt man von Fahrverhalten keinen Unterschied bei diesen Lasten. Nur sollte man viel vorsichtiger fahren. Viele Menschen waren erstaunt, wie man so schnell mit solch einer Last ohne Auto vorankommen kann. Man kann mit einer Leichtigkeit Lasten transportieren. Zu Fuß würde man das gar nicht schaffen. Mit dem Auto müsste man einen Parkplatz finden, im Stau stehen und Sprit bezahlen. [Einmal den Akku vollladen, kostet schätzungsweise etwa 0,05€]

Das Fahrverhalten war beim Transport von Personen anders. Man merkt, dass sich keine „starre“ Ladung darin befindet, einfach war es trotzdem zu lenken, nur muss man sich deutlich mehr anstrengen. Vor allem mit einer Person und zwei großen Taschen war es sehr mühsam, bergauf zu fahren. Aber machbar, dank Motor. Ohne diesen Motor wäre das sicherlich nicht so einfach möglich gewesen. Das Praktische, wenn man eine Person transportiert, ist, dass man sich während der Fahrt angenehm unterhalten kann und der/ die Mitfahrerin sehr viel Spaß dabei hat. Ich denke, das kann man ganz gut auf dem Bild erkennen :-D

Bullitt zu zweit

Mit ein paar Stichworten das e-Bullitt zusammengefasst:

  • Hingucker
  • Relativ viel Platz in der offenen Wanne (Ladefläche)
  • Sportliches Tempo und zügiges Vorrankommen
  • Gute Beschleunigung und leichtes Bergauffahren dank Hilfsmotor
  • Fast so wendig wie ein „normales“ Fahrrad
  • Höhenverstellbare Sattel- und Lenkstange
  • Breiter Griff und runde Handgriffe
  • 8-Gang-Nabenschaltung, sehr hohe Trittfrequenz bei hohen Geschwindigkeiten nötig
  • Keine Probleme bei der Parkplatzsuche
  • Unkompliziertes Ausliehen
  • Ein großer Spaß mit einer zweiten Person auf der Ladefläche
  • Kostenlos

 

 

 

Zum Abschluss erlaube ich mir noch ein eigenes Urteil: Ich bin von beiden Fahrrädern begeistert. Beide haben ihre Vorteile und ich werde sie sicherlich nicht zum letzen Mal ausgeliehen haben. Mein Favorit ist Rudi, weil er eine riesengroße abschließbare Ladefläche hat und ich die Fortbewegung aus eigener Kraft liebe. Außerdem muss man Rudi einfach auf den ersten Blick sympathisch finden. Die Vorteile des e- Bullitts sind auch nicht von der Hand zu weisen. Ich hoffe, dass sich Lastenfahrräder in Dortmund weiter verbreiten werden.

 

Ein riesengroßes Dankeschön an das Team von Dein Rudolf, an die Ausleih“station“ Eike und an Herrn Elkmann, sowie alle anderen, die es fördern und ermöglichen, in Dortmund kostenlos Lastenfahrräder auszuleihen. Ihr habt und Sie haben mir eine schöne Zeit mit den Fahrrädern und vielen Menschen ein Lächeln bzw. Erstaunen ins Gesicht gezaubert! Danke!

Nico Faust

Der Jüngste Blogger im VCR-Blog. Seit 2015 ist der Planer bei VCR.

8 Gedanken zu „Lastenräder braucht die Stadt

  • 15.07.2015 um 0:29
    Permalink

    Ich vertrete nämlich den Standpunkt, dass man in einer Großstadt ohne eigenes Auto sehr gut auskommen kann.

    Antwort
  • 15.07.2015 um 18:51
    Permalink

    ich lebe seit je her autolos und besitze auch keinen Führerschein. Von daher bin ich mit dem Thema „Getränkekästen mit dem Fahrrad transportieren“ gut vertraut. Nun zum Thema: Mir erschließen sich die Vorteile eines Lastenrades im Vergleich zu einem robusten Anhänger nicht. Wenn ich Kästen zu transportieren habe, kommt der Donky von Winther aus Fahrrad und ab geht’s. Wozu brauch ich da ein Lastenrad?

    Antwort
    • 15.07.2015 um 22:14
      Permalink

      Wie viel Kisten kann man damit transportieren? Zwei? Ich fahr nicht gerne mit Hänger, da man aufgrund der Kupplung immer ein bisschen Spiel hat und das merkt man z. B. beim Anfahren als schwankenden Widerstand. Bei einem Lastenrad hat man das nicht.

      Antwort
  • 15.07.2015 um 21:54
    Permalink

    Bisher bin ich noch nie mit Anhänger gefahren. Falls sich mal die Gelegenheit dazu ergeben würde, teste ich das auch mal aus. Habe schon öfters drüber nachgedacht. Danach würde ich bestimmt vergleichend die Vor- und Nachteile des Lastentransports in einem Beitrag verfassen. Hauptsache ist, dass man nicht auf ein Auto angewiesen sein muss. Für Rudi spricht wie oben erwähnt die riesige abschließbare wetterfeste Box, für das e- Bullitt die Geschwindigkeit und Kurvenlage und der mögliche Transport von Personen.

    Antwort
  • 20.07.2015 um 15:05
    Permalink

    Danke für den schönen Bericht.
    Dabei bin ich immer wieder erstaunt darüber, dass (sowie auch in Dänemark etc.) scheinbar so viele Menschen mit dem Modell „Holzkiste auf drei Rädern“ irgendwie ganz zufrieden sind, obwohl die Fahreigenschaften nicht auf Anhieb gut sind.
    Andererseits hat bei uns im Dorf schon jemand den Versuch mit einem ähnlichen Bullit im Höchsteinsatz unternommen und ca. alle 6 Wochen einen neuen Frontmotor benötigt.
    So hoffe ich, dass sich bei den Cargobikes auch wirklich die durchsetzen, die im ernsthaften Gebrauch wirklich durchhalten.
    Gerade durch so eine prima Verleihaktion sollte doch aufgezeigt werden, was Cargos heute schon alles bieten können und da habe ich Bedenken, ob der äußerst sympathische Rudolf das richtige Mittel dazu ist. Und beim Stichwort Mittel gehört natürlich auch zu einem eCargo ein bewährter und hügeltauglicher Mittelmotor.
    Ich fahre noch einen Einspurhänger aus MTB-Zeiten. Der fährt sich aber nicht sehr stabil und es passt auch nicht viel mehr drauf, als auf den Gepäckträger. Denn für den gibt’s ja Metallplatten mit Außenhaken für Getränkekisten. Die 60 Liter Geröllsteiner pro Monat schmecken leider immer noch besser, als unser Leitungswasser.
    Also für die, die viel transportieren müssen, ist ein 3-räderiges Cargo sicher das Bequemste. Entscheidend ist doch, was die Reifen tragen können (z. B. 2-Räder 200 kg, 3-Räder 300 kg zul. Gesamtgewicht) oder so ähnlich. Vielleicht bekommen wir es im Fahrradbereich ja auch mal mit Doppelreifen zu tun.
    Allerdings fährt man mit allem, was mehr als zwei Räder hat, eher die Strecken wie mit dem Auto auf der Fahrbahn. Da sind dann auch in der Regel weniger Schlaglöcher, denn die sammelt man mit einem 3-spurigen Fahrzeug ja quasi bei jeder Gelegenheit ein. Oder man kann sie nurr mit großem Geschick umfahren.
    Dagegen ist das Bullit ein genügsameer Einspurer.
    Anhänger mit Steckachsen scheinen ja sehr praktisch. In Nullkommanix lässt sich der Fahrradanhänger in einen Hackenporsche vverwandeln. Wenn man wieder aus dem Laden kommt, steckt man die Räder wieder in die Mittenachsen und fährt den Einkauf bequem nach Hause.

    Antwort
  • 23.07.2015 um 8:24
    Permalink

    Als Stadtmensch, der in einem fahrstuhllosen Mehrfamilienhaus wohnt, steht man ja auch vor dem Problem wohin mit dem guten Stück. (Eine vergleichbare Problematik besteht ja auch bei E-Bikes / E-Autos.) Lastenrad in Keller tragen ist nicht praktikabel. Idealerweise also eine (Fahrrad-)Garage anmieten und das darin abgestellte Lastenrad als Quartiersrad teilen. Soviel zur Theorie.
    Tatsächlich besitze ich einen zweckmäßigen leicht kuppelbaren Anhänger, der die von Norbert beschriebenen negativen Fahreigenschaften (’schwankender Widerstand‘) hat. Ich kann nur mutmaßen, dass höherpreisige Modelle bessere Fahreigenschaften haben. In der Praxis nutze ich den Anhänger mittlerweile aber zu 90% als Handkarren, da die meisten Ziele einfach so nah sind, dass sich der zusätzliche Aufwand (4 statt 2 Gänge in den Keller, 2x An- & Abkuppeln, 1x Rad abschließen) nicht lohnt. Aber das sind individuelle Erfahrungen bei entsprechenden Einrichtungen in 200m Fußwegentfernung…

    Antwort
    • 23.07.2015 um 13:46
      Permalink

      Also billig war mein Hänger nicht und als Handkarre ist er auch nicht zu gebrauchen (Weber-Kupplung an Hinterradachse).

      Antwort
  • 23.07.2015 um 14:47
    Permalink

    Die Treppenhausproblematik ist mir durchaus nicht fremd. Bei uns verbindet der Aufzug nur das Erdgeschoss mit den Wohnetagen. Den Fahrradkeller natürlich nicht. Darum ist es gut, dass sich auch Hersteller mal Gedanken dazu machen.
    http://www.patria.net/news/details/lachsorange-in-holland/
    Zum Glück kann man auf der Garagenwarteliste auch mal nach ganz oben rutschen, wenn z. B. älter werdende Mieter so vernünftig sind und das Autofahren einfach mal drangeben.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.