Zeitliche Erreichbarkeitsanalysen

Die Webseite http://map.bikecitizens.net bietet ein interessantes Analyse-Tool. Man kann sich anzeigen lassen, wie weit man in einer bestimmten Zeit mit einem bestimmten Rad-Nutzungsprofil aus Fahrradtyp und Geschwindigkeitslevel kommt. Ein paar Test ergaben, dass die Ergebnisse nicht unplausibel sind. So kann man super ermitteln, von wo aus die Leute einen Punkt in einer bestimmten  Zeit erreichen können. Hier als Beispiel habe ich die Gesamtschule Gartenstadt betrachtet. Die Abbildung zeigt, dass die B1 eine Erreichbarkeitsbarriere ist. So ermittelte Ergebnisse sind deutlich besser als die bewährten Methoden des Ziehen von Kreisen mit einem bestimmten Radius. Wenn man den Analyse-Punkt mitten auf den Schulgelände verschiebt, wo ja faktisch die Fahrradständer sind, wird das Ergebnis noch offensichtlicher.

Screenshot http://map.bikecitizens.net
Screenshot http://map.bikecitizens.net

Es lohnt sich auch, die Fahrradstation am Hbf. einmal einzugeben.  Die Nichtquerbarkeit  des Hellwegs innerhalb des Wallrings ist hier eine deutliche Barriere.

Screenshot map.bikecitizens.net
Screenshot map.bikecitizens.net

 

Leider gibt es noch keine Export-Möglichkeiten z. B. in Shape-Dateien oder Vektordateien, um die Ergebnisse weiter zu verarbeiten. Wie auch immer: Das soetwas ohne GIS-Programm von jedem auf einer Webseite gemacht werden kann, finde ich echt grandios! Für mich die Webseitenentdeckung der Woche! :-)

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

2 Gedanken zu „Zeitliche Erreichbarkeitsanalysen

  • 16.06.2015 um 20:30
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    Höhenunterschiede werden bei der Berechnung aber wohl nicht einbezogen? Oder wie kann es sein, dass man bspw. für die Märkische Straße stadtein- wie auswärts die gleiche Zeit benötigt?

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    • 16.06.2015 um 23:57
      Permalink

      Das dürfte auch schwierig sein. Ich fahre z. B. kurze Steigungen eher flott hoch, andere aber nicht. Andere Aspekte wie Ampelwartezeiten etc. dürften auch nicht enthalten sein. Um räumliche Barrieren zu identifizieren, reicht es aber, oder?

      Antwort

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