ADFC freut sich darüber, dass meistens nichts gegen Falschparker auf Radwegen passiert

Der ADFC Bundesverband ist bei Twitter völlig aus dem Häuschen.

Falschparker, Mai 2014, © Foto: PIA/Stefan Maurer
Falschparker in Frankfurt am Main (Foto: PIA/Stefan Maurer – Stadt Frankfurt)

Wenn man aber den verlinkten Artikel liest, steht da:

In den Verkehrssicherheitswochen nach den Osterferien werden ausgewählte Falschparkerhotspots von Straßenverkehrsamt und Polizei kontrolliert. Solche Hotspots sind dabei Orte, an denen Radwege verstärkt zugeparkt werden und an denen es in der Vergangenheit teilweise zu Unfällen gekommen ist. […] Zusätzlich zum mitunter unvermeidlichen Strafzettel wird während der Aktionswochen mit dem Flyer Nina, auf dem mit der Frage „Warum stehst du auf meinem Weg?“, vor Augen geführt wird, dass man mit dem Falschparken vor allem seine Mitmenschen gefährdet.

Es handelt sich also – wenn man dem Artikel Glauben schenkt – um die zeitlich beschränkte Kontrolle während der s. g. Verkehrssicherheitswochen von einem kleinen Teil („Falschparkerhotspots“) der Radwege (vermutlich sind damit Radwege, Radfahrstreifen und Schutzstreifen gemeint), bei denen man das einzig wirksame Mittel nur in Ausnahmefällen anwenden möchte („mitunter unvermeidlichen Strafzettel“). Mit anderen Worten: Vom ADFC gibt es ein Yesss!, wenn in einer Stadt temporär, lokal beschränkt und sehr zurückhaltend mal das stattfindet, was 24/365 im ganzen Stadtgebiet erfolgen müsste.  Der Artikel ist entspricht übrings der Pressemitteilung der Stadt Frankfurt, gibt also 1:1 wieder, wie die Stadt die Sache so  sieht.

Norbert Paul

Der Verkehrsjournalist schreibt u. a. seit 2008 für Mobilogisch (ehemals Informationsdienst Verkehr). Von 2013 bis 2015 war er auch für den ADFC-Blog aktiv. Bei VeloCityRuhr schreibt er über Verkehrspolitik -planung, -recht und -forschung. Er ist berufenes Mitglied im Nahmobiliätsbeirat der Stadt Dortmund.

5 Gedanken zu „ADFC freut sich darüber, dass meistens nichts gegen Falschparker auf Radwegen passiert

  • 26.05.2015 um 8:43
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    Man kann es auch so sehen: Wenn durch das Nicht-Kontrollieren nicht benutzungspflichtige Radwege blockiert bleiben bzw. so manch eigentlich benutzungspflichtiger dadurch nicht benutzungspflichtig wird, werden die unsicheren Radfahrer auf die Fahrbahn gelenkt, wo sie ja hingehören. Alles gut.

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  • 27.08.2015 um 12:35
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    Und die Realität sieht so aus: Habe gerade mit dem verkehrssicherheitstelefon des Straßenverkehrsamtes telefoniert, und einen dauerhaft zugeparkter Radweg gemeldet. Tenor: Da könne man garnichts unternehmen…

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  • 28.08.2015 um 6:59
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    Das war das Verkehrssicherheitstelefon von Frankfurt am Main. Der Mensch am Apparat wiegelte gleich ab, eine Dauerüberwachung sei unmöglich.Auf meine Nachfrage, ob man nicht einmal jemanden hinschicken könne, der sich die Situation vor Ort mal ansieht, kam zurück, dass man soetwas personell nicht leisten könne und man schliesslich auch noch andere Aufgaben habe. Ich habe dann auf die gravierenden Sicherheitsprobleme hingewiesen (die Sichtdreiecke sind komplett durch Lieferwagen blockiert und dort ist viel abbiegender Schwerlastverkehr) und nochmals gefragt, ob man nicht wenigstens irgendetwas dagegen unternehmen könne – gleiche Antwort. Das einzige was ich machen könne, sei es mich an den zuständigen Ortsbeirat zu wenden. Auf das Verkehrssicherheitstelefon bin ich eigentlich erst gekommen, weil ich bei der Suche nach „Radweg, zugepark, Frankfurt“ auf folgenden Satz stieß: „Wer auf dem Radstreifen parkt, dem droht 15-30 Euro Strafe, bei grober Behinderung wird abgeschleppt – auch Paketdienste! Majer rät, Rüpel beim Verkehrssicherheitstelefon zu melden (Tel.: 069-212-36360). “ Quelle: http://www.bild.de/regional/frankfurt/falschparken/stadt-warnt-vor-zugeparkten-radwegen-40528884.bild.html

    Habe jetzt mal einen etwas inquisitiveren Brief ans Straßenverkehrsamt geschickt…

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  • 13.10.2015 um 22:11
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    @ Albert Hölzle Die werden ohne weitere Maßnahmen dann eher ins Auto oder den ÖPNV oder auf den Gehweg gelenkt …

    @ anonym: Das ist doch alles stimig. Rüpel sind die männliche Radfahrer zwischen 15 und 55. Die soll man melden. Nicht die Falschparker. Da hast du was falsch verstanden. Kannst du mir den Briefwechsel eventuell zukommen lassen, auch wenn das nicht unserer Einzugsbereich ist? Sorry, für die späte Reaktion – der Kommentar war wegen Dingen, die Vorrang vor’m Ehrenamt haben, liegen geblieben.

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