Wieso radfahrende Eltern Lebensretter sind

(Foto: Deutsche Verkehrswacht)
Kinder müssen sicher und alleine zur Schule kommen können (Foto: Deutsche Verkehrswacht)
Es gibt nichts Schlimmeres als die Nachrichten zu lesen und zu erfahren, dass ein Kind auf dem Weg zur Schule schwer verletzt oder gar getötet worden ist. Der Aufschrei wird groß sein, wenn man erfährt, dass diese Eltern ihr Auto zuvor illegal geparkt oder gewendet hatten, um ihr Kind „nur eben schnell“ zur Schule zu chauffieren, damit es auch möglichst keine weite Strecke vermeintlich gefährdet gehen muss, damit es sicher zur Schule kommt. Doch ist es sicherer das eigene Kind stets im Auto zu chauffieren, damit es bloß nicht von den anderen Autos beim hektischen Bringen und Abholen „übersehen“ wird? Fühlen sich Kinder in der Umgebung von Autos sicherer, die immer höher, breiter und länger werden, damit es mutmaßlich noch sicherer ist? Autofahrende können ganz leicht selbst größere Kinder aus ihrem Sichtfeld in der Umgebung vieler großer Fahrzeuge verlieren.

Um ein solches Horror- Szenario zu verhindern, gibt es eine einfache Lösung: Die Kinder nicht mit dem Auto zur Schule, zum Kindergarten oder zur Kindertagesstätte bringen, sondern auf das Fahrrad umsteigen und dabei dem Kind anfangs noch in Begleitung der Eltern, später im Schulalter zusammen mit Freunden oder allein den Weg fahren. Denn was schult die Kinder mehr, als an der sicheren Seite der Eltern Verkehr zu erleben, zu erlernen und Gefahren zu erkennen? Dazu kommt, dass durch den Weg mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß sich das Kind bewegt und an der frischen Luft ist. Immer mehr Kinder neigen nämlich auch wegen zu wenig Bewegung an Übergewicht.[1] Zugleich wirken Sonne, Luft und Wetter positiv auf das Immunsystem des Kindes und der Eltern mit ein. Da Schulbeginn und -ende meist während des höchsten Verkehrsaufkommen des Tages ist, hat man mit dem Fahrrad zudem die Vorteile, dass man über Radwege oder Wege fährt, die nicht mit motorisierten Fahrzeugen benutzt werden dürfen, und somit einen kürzeren und auch oft einen schnelleren Weg hat, da man nicht im Stau steht.[2] Aber der wichtigste Grund ist, dass man nicht das Leben anderer Kinder gefährdet, denn die größte Gefahr für die Kinder geht von Eltern in Autos während des Bringens oder Abholens der Kinder aus, aber auch von anderen Autos, denn alle Fahrzeugführenden möchten so schnell es geht zu ihrem Ziel. Allzu oft bekommen Kinder dabei nicht die nötige Aufmerksamkeit und Vorsicht. Von Kindern, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, gehen für die anderen Mitschüler/innen kaum Gefahren aus.

Das sieht auch der Nürnberger Elternverband so:

Die Kinder schulen ihr Verhalten im Straßenverkehr nur dann, wenn sie selbst aktiver Teilnehmer sind. Außerdem laufen viele Kinder mit Freunden, so wird das Sozialverhalten gleich im ,Vorbeigehen‘ mitgeschult. Auch die Sicherheit der Eltern, dass ihre Kinder „draußen“ zurechtkommen wird erhöht. Und nass werden darf ja mal sein. Auch bei Regen müssen die Schüler lernen, dass sich die Sichtverhältnisse ändern. Deshalb die Bitte des Nürnberger Elternverbandes:

Lassen Sie ihre Kinder zur Schule laufen[3],…

… oder lasst es mit dem Fahrrad fahren oder begleitet es mit dem Rad und rettet Leben!

[1] Website Alliance Healthcare Deutschland AG; http://www.gesundheit.de/ernaehrung/essstoerungen/hintergrund/uebergewicht-jedes-fuenfte-kind-in-deutschland-ist-zu-dick

[2] 10 Gründe im Ruhrgebiet mit dem Fahrrad zu fahren; http://velocityruhr.net/2015/04/11/10-gruende-im-ruhrgebiet-mit-dem-fahrrad-zu-fahren/

[3] Website Nürnberger Ekternverband e.V.http://www.nürnberger-elternverband-ev.de/downloads/2014-06-07-nev-info—nicht-mitglieder.pdf

Nico Faust

Der Jüngste Blogger im VCR-Blog. Seit 2015 ist der Planer bei VCR.

8 Gedanken zu „Wieso radfahrende Eltern Lebensretter sind

  • 26.04.2015 um 14:16
    Permalink

    Ist es möglich, die kompletten Beiträge als RSS-Feed bereitzustellen? Mit feedly erhalte ich nur Ausschnitte.

    Antwort
  • 27.04.2015 um 8:33
    Permalink

    Man wundert sich ja,

    wie oft man das wiederholen muss. Als mein Kleiner 4 Jahre alt war und in die Vorschule wechselte, war er anfangs der Einzige, der regelmäßig mit dem Rad zur Schule kam. Nicht nur, dass viele Eltern ihre Kinder „mal eben“ mit dem Auto hinbringen, nicht selten sind die Kinder dabei noch völlig unangeschnallt. Dagegen werde ich bis heute gefragt, ob das Radfahren in einer grossen Stadt mit Kind nicht eigentlich viel zu gefährlich sei…

    Antwort
  • 27.04.2015 um 14:09
    Permalink

    „…hat man mit dem Fahrrad zudem die Vorteile, dass man über Radwege oder Wege fährt, die nicht mit motorisierten Fahrzeugen benutzt werden dürfen…“
    Gerade die fahrbahnbegleitenden Radwege sind doch eher problematisch für Kinder und Jugendliche. Kinder bis 8 Jahre müssen sowieso noch auf Bürgersteigen fahren. Und wenn die Strassen voll sind, wird auch viel (blind) über die Radwege hinweg abgebogen und dabei meist nicht auf Radfahrer geachtet. Die ganze Problematik mit rechtsabbiegenden Fahrzeugen links neben Radwegen ist doch selbst für viel erwachsene Radfahrer zu kompliziert. Zudem lernt das Kind, dass der „richtige“ Verkehr auf der Fahrbahn stattfindet „Wenn ich groß bin, fahre ich auch da mit meinem Auto/Moped“.

    Antwort
    • 27.04.2015 um 14:31
      Permalink

      Ich hatte das so verstanden, dass Radwege gemeint sind, die nicht straßenbegleitend sind …

      Antwort
  • 28.04.2015 um 6:50
    Permalink

    Zu der Problematik mit den straßenbegleitenden Radwegen gibt es vielerlei Meinungen. Fakt ist, umso mehr Radfahrer/innen dort gesehen werden, desto mehr sensibilisiert der/ die Autofahrer/in. Eine Gefahr bleibt leider immer. Aber genau diese Gefahren müssen Kinder erkennen können, um sicher anzukommen und falls sie doch später mal meinen Auto fahren zu müssen, dann wissen sie es besser (mit Schulterblick und Vorsicht), weil sie selbst Radfahrer/in sind.

    Antwort
  • 17.07.2015 um 8:53
    Permalink

    Kinder sollten früh Radfahren lernen und da ist Angst ein schlechter Begleiter. In meinen Augen schadet es auch nicht, wenn sie auf der Straße fahren.

    //Rein werblicher Link zu einer Webseite Dritter entfernt. np

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.